
Die Pollensaison startet - Tipps für Allergiker
Auch in unserer Region startet die Pollensaison. Das müssen Allergiker jetzt wissen.
Veröffentlicht: Montag, 23.03.2026 13:00
Mit den milderen Temperaturen beginnt auch im Rhein-Kreis Neus wieder die Pollensaison. Schon im Dezember waren erste Haselpollen unterwegs, allerdings in niedriger Konzentration. Wegen der Kälte danach blieb die Belastung aber eher gering, sagt der Deutsche Allergie- und Asthma-Bund. Mit den steigenden Temperaturen dürfte nun vor allem die Erle stärker Pollen freisetzen. Besonders intensiv wird es erfahrungsgemäß im März und April, wenn die Birke blüht. Viele Betroffene reagieren außerdem auf Gräserpollen – deren Hauptbelastung wird meist im Mai, Juni und Juli erreicht. Später im Jahr können auch Kräuter wie Beifuß oder das Beifußblättrige Traubenkraut Beschwerden verursachen.
Woran erkennt man eine Pollenallergie?
Typische Symptome sind tränende oder juckende Augen, Niesreiz, eine laufende oder verstopfte Nase sowie gereizte Schleimhäute. In manchen Fällen kommen Hautreaktionen oder allergisches Asthma hinzu. Experten raten, aufmerksam zu sein, wenn ein Schnupfen länger als eine Woche anhält oder jedes Jahr zur gleichen Zeit auftritt – etwa im Frühjahr. Ein weiteres Indiz: Während das Nasensekret bei einer Erkältung oft gelblich oder grünlich ist, bleibt es bei einer Allergie meist klar. Auch Juckreiz an Nase, Augen oder im Rachen spricht eher für eine allergische Reaktion. Wer unsicher ist, sollte die Beschwerden ärztlich abklären lassen.
Experten raten, bei Verdacht auf eine Pollenallergie frühzeitig eine Diagnose stellen zu lassen – denn Heuschnupfen wird oft unterschätzt. Unbehandelt kann sich daraus im schlimmsten Fall sogar ein allergisches Asthma entwickeln. Zur akuten Linderung kommen häufig sogenannte Antihistaminika zum Einsatz – als Tabletten, Nasenspray oder Augentropfen. Entzündungshemmende Nasensprays können bei stärkeren Beschwerden sinnvoll sein. Klassische abschwellende Schnupfensprays sollten dagegen nicht länger als fünf Tage am Stück verwendet werden. Für eine langfristige Behandlung gibt es zudem die sogenannte Hyposensibilisierung. Dabei wird das Immunsystem schrittweise an den Allergieauslöser gewöhnt. Diese Therapie kann Beschwerden dauerhaft verringern und das Risiko für allergisches Asthma senken.
Warum reagiert der Körper so?
Ursache ist eine Überreaktion des Immunsystems. Es bildet Antikörper gegen eigentlich harmlose Stoffe wie Blütenpollen. Beim erneuten Kontakt werden Botenstoffe wie Histamin freigesetzt – und lösen die typischen Beschwerden aus.
Was können Allergiker selbst tun?
Beim Aufenthalt im Freien helfen gut abschließende Sonnenbrillen, Kopfbedeckungen und – bei starker Belastung – auch Atemschutzmasken. Beim Lüften lohnt sich ein genauer Blick auf die Tageszeit: Studien zeigen, dass die geringste Belastung in Städten meist am frühen Morgen zwischen 6 und 8 Uhr liegt, auf dem Land sogar schon zwischen 4 und 6 Uhr. Am Abend ist die Pollenkonzentration häufig höher. Auch zu Hause kann man vorbeugen: Getragene Kleidung sollte nicht im Schlafzimmer ausgezogen werden, Wäsche möglichst nicht draußen trocknen. Es hilft, während der Hauptsaison abends die Haare zu waschen, damit keine Pollen ins Bett gelangen. Pollenschutzgitter an Fenstern und Staubsauger mit Hepa-Filter können zusätzlich entlasten.
Wo gibt es aktuelle Informationen?
Aktuelle und verlässliche Daten zur Pollenbelastung bietet der Deutsche Wetterdienst gemeinsam mit der Stiftung Deutscher Polleninformationsdienst. Dort finden sich regelmäßig aktualisierte Vorhersagen und Pollenflugkalender, die auch an klimatische Veränderungen angepasst werden.
