
Dormagen: 25 Verletzte nach Chemieunfall im Chempark
Bei einem Produktaustritt im Chempark Dormagen sind 25 Mitarbeiter verletzt worden. Eine phosgenhaltige Lösung war ausgetreten, Sicherheitsmaßnahmen griffen sofort.
Veröffentlicht: Samstag, 20.06.2026 08:24
Am frühen Samstagmorgen (20.06.) ist es im Chempark Dormagen zu einem Betriebsunfall gekommen. Wie das Unternehmen mitteilt, ist aus noch ungeklärter Ursache eine phosgenhaltige Lösung ausgetreten.Insgesamt wurden 25 Mitarbeiter bei dem Vorfall verletzt. Sie wurden vor Ort durch den Rettungsdienst und den betrieblichen Gesundheitsschutz versorgt und anschließend zur weiteren Behandlung in umliegende Krankenhäuser gebracht.
Keine Gefahr für umliegende Wohngebiete
Der Produktaustritt konnte laut Betreiber schnell gestoppt werden. Die Werkfeuerwehr war mit einem Großaufgebot im Einsatz und wurde von den Berufsfeuerwehren aus Dormagen und Köln unterstützt. Messfahrzeuge kontrollierten durchgehend die Luft auf dem Werksgelände und in den angrenzenden Wohngebieten. Dabei stellten die Feuerwehrleute keine Auffälligkeiten für die Bevölkerung fest.
Kriminalpolizei ermittelt zur Ursache
Im Verlauf des Einsatzes stieg die Zahl der Verletzten an. Zunächst meldete der Betreiber 17 Betroffene. Im weiteren Verlauf meldeten sich jedoch zusätzliche Mitarbeiter beim Gesundheitsdienst, sodass schlussendlich 25 Patienten in Krankenhäuser transportiert werden mussten.Die akuten Einsatzmaßnahmen auf dem Gelände des Chemparks sind inzwischen beendet. Die Kriminalpolizei hat nun die Ermittlungen aufgenommen, um zu klären, wie genau es zu dem Unfall kommen konnte.
Hintergrund: Phosgen
Phosgen wird in der Industrie als Ausgangsstoff für Vorprodukte von Pflanzenschutzmitteln und Pharmazeutika genutzt. Um das Gas bei diesem Unfall zu neutralisieren, löste automatisch eine fest installierte Dampf-Ammoniak-Wand aus. Dies führte laut Betreiber zu einer wahrnehmbaren Geruchsbelästigung, da Ammoniak bereits in sehr geringen Konzentrationen in der Luft zu riechen ist.