
Fahrradklimatest-Ergebnisse für NRW und Rhein-Kreis Neuss
Zeugnis-Tag für die Städte und Gemeinden in ganz Deutschland. Der Allgemeine Deutsche Fahrradclub - kurz ADFC - hat die Ergebnisse des Fahrradklima-Tests vorgestellt.
Veröffentlicht: Montag, 24.04.2023 14:00
Das Ergebnis des Fahrradklima-Tests des ADFC: Radfahrer in NRW sind im Großen und Ganzen unzufrieden. Sie geben ihren Heimatstädten und -gemeinden im Schnitt die Note "ausreichend". Kein Wunder, sagt Axel Fell, einer der beiden Vorsitzenden des ADFC in NRW, denn viele Städte würden nur symbolisch etwas für Radfahrer tun: "Symbole sind, zum Beispiel, nur ein bisschen Farbe auf die Straße zu machen. Farbe allein bringt keine Sicherheit", erläutert er. Fell fordert vor allem bauliche Veränderungen in den Innenstädten, damit sich Radfahrer auch sicherer fühlen.
Spitzenplatz für Münster, Köln verbessert, Duisburg schlecht
Die Unterschiede in NRW sind offensichtlich groß: Auf dem Land bewerten Radfahrer das Radfahr-Klima deutlich besser als in der Stadt. Hier sind laut Umfrage die Radwege zu schmal und zu schlecht geführt, Falschparker werden nicht häufig genug bestraft und das Sicherheitsgefühl insgesamt ließe zu wünschen übrig.
Die Fahrradstadt Münster darf sich hingegen freuen, sie hat den bundesweiten Spitzenplatz unter den größeren Städten zurückerobert - mit der Note "befriedigend". Die größten Fortschritte in Sachen Fahrradfreundlichkeit machen in NRW Bonn, Neuenkirchen im Kreis Steinfurt und Köln. Besonders über Köln freut sich Axel Fell, weil Köln nicht nur plane, sondern auch etwas tue.
Allerdings belegen NRW-Städte bundesweit auch die allerletzten Plätze - und das sind folgende Städte: Duisburg, Krefeld, Hagen und Remscheid. Rebecca Heinz, Co-Vorsitzende des ADFC in NRW sagt, es liege oft am Willen, etwas zu tun - eher weniger an Geld. Viele Verbesserungen für die Radfahrer würden vor allem am politischen Willen scheitern.
Der Test des ADFC wird alle zwei Jahre gemacht. Zwei weitere Jahre, in denen die Städte und Gemeinden in NRW die Chance haben, mehr für Radfahrer zu tun.
Autor: José Narciandi
Im Rhein-Kreis Neuss hat sich die Situation kaum verbessert
Die Radfahrsituation hat sich in den meisten Kommunen im Rhein-Kreis Neuss nicht verbessert oder ist sogar etwas schlechter bewertet worden. Nur in Dormagen haben sich die Radfahrmöglichkeiten leicht verbessert. Die Stadt ist knapp unter den Top Ten der etwas über 100 Kommunen ihrer Größe gekommen. Anders sieht es zum Beispiel in Grevenbroich aus. Grevenbroich ist auf Platz 39. Bei der letzten Befragung war die Stadt noch unter den Top Ten. Heribert Adamsky vom ADFC-Kreisverband vermutet einen Grund für die schlechtere Bewertung:
In Rommerskirchen, Meerbusch und Korschbroich gab es hingegen zum Beispiel laut der Befragung kaum Veränderungen. Die freiwillige Befragung findet alle zwei Jahre online statt. Aus unserem Kreis haben insgesamt fast 2.000 Radfahrer daran teilgenommen. Heribert Adamsky hat auch nochmal betont, dass es wichtig ist auf die Details und Gründe für eine Platzierung zu gucken:
Die genauen Platzierungen der Kreis-Kommunen
Städteranking Ortsgrößenklasse 100.000 bis 200.000 Einwohner
Neuss: Platz 18 von 40 / Gesamtnote: 3,98 / kaum Veränderung seit dem letzten Mal
Städteranking Ortsgrößenklasse 50.000 bis 100.000 Einwohner
Dormagen: Platz 9 von 113 / Gesamtnote 3,57 / leichte Verbesserung seit dem letzten Mal
Meerbusch: Platz 13 von 113 / Gesamtnote 3,64 / kaum Veränderung seit dem letzten Mal
Grevenbroich: Platz 39 von 113 / Gesamtnote 3,89 / starke Verschlechterung seit dem letzten Mal
Städteranking Ortsgrößenklasse 20.000 bis 50.000 Einwohner
Korschenbroich: Platz 249 von 447 / Gesamtnote 4,04 / kaum Veränderung seit dem letzten Mal
Jüchen: Platz 265 von 447 /Gesamtnote 4,07 / leichte Verschlechterung seit dem letzten Mal
Kaarst: Platz 339 von 447 / Gesamtnote 4,21 / starke Verschlechterung seit dem letzten Mal
Städteranking Ortsgrößenklasse bis 20.000 Einwohner
Rommerskirchen: Platz 29 von 474 / Gesamtnote 3,34 / kaum Veränderung seit dem letzten Mal
