
Grevenbroich: 200-Meter-Schornstein am Kraftwerk wird gesprengt
Am 29. August fällt auf dem Gelände des stillgelegten Kraftwerks Frimmersdorf der 200 Meter hohe Kamin. Rund um die Sprengung am Vormittag müsst ihr mit Sperrungen rechnen.
Veröffentlicht:
- Sprengung am 29. August gegen 11 Uhr
- L 361 (Energiestraße) vormittags gesperrt
- Halteverbote im Ortsteil Neuenhausen
- Kraftwerks-Rückbau dauert bis Mitte 2028
Die Rückbauarbeiten am alten Braunkohlekraftwerk in Grevenbroich-Frimmersdorf gehen in die nächste große Phase. Laut RWE wird am Samstag, den 29. August, der 200 Meter hohe Schornstein der Blöcke P und Q kontrolliert gesprengt. Gegen 11 Uhr soll das Bauwerk fallen. Anwohner sind davon laut dem Unternehmen nicht direkt betroffen, allerdings gibt es einen Sicherheitsradius. Die L 361, also die Energiestraße, wird dafür am Vormittag komplett gesperrt.
Wo kann ich das am besten sehen?
Für Grevenbroich verschwindet damit ein weiteres markantes Wahrzeichen der Industrie-Ära, nachdem bereits im Februar ein Kühlturm abgerissen wurde. Die Stadt rechnet mit vielen Schaulustigen und richtet in Neuenhausen entlang der Hauptstraße temporäre Halteverbote ein. Wenn ihr das Spektakel beobachten wollt, raten die Behörden dazu, Aussichtspunkte am Rand des Sperrgebiets möglichst mit dem Fahrrad oder zu Fuß aufzusuchen.
Weitere Sperrungen und Einschränkungen
Neben der Energiestraße sind auch Straßen am Welchenberg und die Sauerbruchstraße vorübergehend dicht. Die Erft ist in diesem Bereich während der Sprengung nicht für Boote befahrbar. Bei Fragen zum Abriss könnt ihr euch per E-Mail unter info_frimmersdorf@rwe.com direkt an RWE wenden.
Wie läuft die Sprengung ab?
Der riesige Kamin wird durch eine sogenannte Faltsprengung zu Boden gebracht. Der Sprengmeister bringt dafür zwei Ladungen an, eine ganz unten und eine weitere in rund 100 Metern Höhe. So fällt der untere Teil in Richtung Osten zur Energiestraße, während der obere Teil nach Westen in Richtung Erft abknickt. Für beide Richtungen werden schützende Fallbetten aufgeschüttet.
Hintergrund
Der Braunkohleausstieg ist beschlossen - das Kraftwerk Frimmersdorf soll einer anderen Nutzung zugeführt werden. Wenn der Abriss auf der Nordfläche des Kraftwerkgeländes wie geplant Mitte 2028 abgeschlossen ist, soll das Areal in einen modernen Digitalstandort verwandelt werden. Das Land Nordrhein-Westfalen, der Rhein-Kreis Neuss und die Stadt Grevenbroich planen hier bereits die Zukunft. Aus Gründen des Denkmalschutzes bleiben die große Maschinenhalle und einige ausgewählte Kraftwerksanlagen erhalten.
