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Grevenbroicher Krankenhaus benutzt jetzt OP-Videobrillen
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Grevenbroicher Krankenhaus benutzt jetzt OP-Videobrillen

Im Elisabeth-Krankenhaus in Grevenbroich wird Patienten bei Operationen eine Videobrille aufgesetzt. Die soll für Ablenkung sorgen. Wir haben die Brille getestet.

Veröffentlicht: Donnerstag, 03.02.2022 09:24

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Der Krankenhaus-Förderverein hat dem Elisabeth-Krankenhaus zwei digitale Sets für den OP-Saal und die onkologische Ambulanz finanziert. Die Brillen werden bei einer Regionalanästhesie und in der Onkologie eingesetzt. Während der Chemotherapie oder der OP können die Patienten dadurch abgelenkt werden. Auch wenn das eigentliche Operationsgebiet lokal betäubt ist, also keine direkten Schmerzen wahrgenommen werden, reagieren Patienten auf die ungewohnten Seheindrücke, Geräusche und Empfindungen sowie das Gefühl des Kontrollverlusts mit Angst oder zumindest gesteigerter Nervosität. Durch die Brille, in der ein Kleinstbildschirm integriert ist, kann der Patient besser vom Geschehen um ihn herum abgelenkt werden. Mit einer Art Fernbedienung kann der Patient sich verschieden Filme angucken, die auch unterschiedlich lang sind. Das hat den Vorteil, dass je nachdem wie lang die Behandlung ist, der Film nicht abgebrochen werden muss. Zum Beispiel kann mit der Brille eine Dokumentation über die Nordlichter, der Kinderfilm Biene Maja oder der Blockbuster Bridget Jones, Schokolade zum Frühstück geschaut werden. Diese Ablenkung soll dabei helfen, den Patienten die Ängste und Sorgen zu nehmen, sagt Dr. Cornelius Trenz, Standortleiter der Klinik für Anästhesie und Intensivmedizin. Denn durch diese Ablenkung müssten Patienten weniger Schmerzmittel bei der OP nehmen. Seit Anfang des Jahres werden die Brillen jetzt eingesetzt – bis zu zwei Mal am Tag. Die Kosten dafür sind auch verhältnismäßig gering, sagt Dr. Trenz. Eine Brille kostet im Monat 200€. Die Videobrillen müssen wegen der Film-Lizenzen, geleast werden.

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