
Grillen: Die Trends 2026
Die Grill-Saison nimmt langsam Fahrt auf. Vielen reicht die einfache Nürnberger Rostbratwurst schon lange nicht mehr. Wir gucken in diesem Artikel: Was sind die Grill-Trends 2026?
Veröffentlicht: Mittwoch, 25.03.2026 11:38
Wie wird gegrillt, was wird gegrillt, wie mache ich meinen Grill sauber? Einen Überblick findet ihr hier. Viele der Trends gibt es schon etwas länger - einige werden aber immer stärker. Hier findet ihr einen Überblick.
Trend 1: Die Plancha
Kennen einige vielleicht von ihrem Lieblingsspanier. Wird ganz frei meistens einfach mit "vom Grill" übersetzt - Heißt aber eigentlich "vom Eisen"! Für Grill-Nerds: Soll im 19. Jahrhundert auf dem Weg nach Santiago de Compostela populär geworden sein: Offenes Feuer - Pilger legen eine Stahlplatte drüber - Grillen - fertig!!! Und ist auch leicht zu reinigen! Einfach drüber wischen - fertig!!!
Die Vorteile
Es fällt nichts mehr durch den Rost :-) Aber es gibt noch mehr...
...die Wärme verteilt sich gleichmäßig von Rand zu Rand. Heißt: Innen kannst du scharf anrösten - außen kannst du warm halten.
...außerdem tropft auch kein Fett mehr runter auf die Flamme. Das kann gerne mal Stichflammen geben, dadurch bitteres Fleisch oder Gemüse und die Auffangschale und der Fettablauf sehen aus wie Sau.
Der Preis
Einen Stahl-Aufsatz für den Grill, den du schon hast, kriegst du so ab 70 Euro. Das ist dann aber natürlich nicht das Original-Plancha-Feeling. Einen neuen Plancha Grill kriegst du so ab 700-800 Euro - Genauso wie eine Plancha Feuerschale. Da hast du dann in der Mitte offenes Feuer und außen rum einen Metall-Rand. Das kann in lauen Sommernächten auch noch richtig gemütlich werden, wenn alle darum herum stehen.
Trend 2: Low & Slow
Einer der größten Trends - auch schon in den vergangenen Jahren: "Low and Slow" - also niedrige Temperatur und dafür das Fleisch lange auf dem Grill garen.
So geht es
1. Rubben: Die Vorbereitung beginnt mit dem Rubben, bei dem das Fleischstück mit Zutaten wie Meersalz, schwarzem Pfeffer und weiteren Gewürzen eingerieben wird.
2. Erste Ruhephase: Dann ruht es für mehrere Stunden in Frischhaltefolie eingewickelt im Kühlschrank.
3. Garen: Anschließend landet das Fleisch bei einer Garraumtemperatur von rund 110 °C auf dem Smoker. Die Garzeit beträgt je nach Größe des Fleischstücks etwa 10 bis 18 Stunden.
4. Mop-Sauce: Um das Fleisch feucht zu halten, es zusätzlich zu würzen und die Grill-Idee perfekt umzusetzen, wird zwei- bis dreimal eine Mop-Sauce aufgetragen.
5. Temperatur-Check: Bei einer Kerntemperatur von rund 90 °C ist das Fleisch gar. Ein Grillthermometer hilft bei der punktgenauen Zubereitung.
6. Zweite Ruhephase: Nun sollte das Fleisch etwa 30 Minuten ruhen, damit es sich entspannen kann, die ausgetretene Flüssigkeit wieder aufnimmt und so richtig saftig wird. Vor dem Servieren ist für die beste Umsetzung dieses Grill-Trends darauf zu achten, das Fleisch quer zur Faser anzuschneiden. Das macht das Fleisch deutlich zarter.
Geht mit vielen Stücken Fleisch egal ob Hähnchen oder Rind - aber da am besten mal kurz vom Metzger deines Vertrauens beraten lassen.
Das brauchst du
Theoretisch reicht der Gas- oder Kugelgrill, den du schon zu Hause hast. Dafür gibt es Räucherboxen und Räucherchips. Die gibt es in guter Ausführung jeweils für unter 20 Euro - eine gute Idee, um es mal auszuprobieren. Aber Profis schwören auf echte Smoker - im Prinzip Räucheröfen. Wer da einen vernünftigen haben möchte, sollte mindestens 800 Euro anlegen. Noch teurer muss es eigentlich nicht werden.
Trend 3: Anders und Nachhaltig
Qualität statt Quantität - weniger ist mehr! Dry Aged ist immer noch ein Ding - Also trocken gereiftes Rindfleisch. Beim Abhängen wird das über mehrere Wochen besonders zart und kriegt mehr Aroma. Ansonsten immer wichtiger: Regional und aus artgerechter Haltung! Da gibt es auch bei uns im Rhein-Kreis Neuss viele Metzger und Hofläden, die das im Angebot haben. Außerdem wird immer mehr mit Cuts experimentiert, um möglichst viel vom Tier zu verwerten.
Die Trend-Cuts 2026
Outside Skirt: Dieser Leckerbissen sitzt an den äußeren Leisten. Reines Muskelfleisch, schön durchzogen mit hoher Marmorierung, das sich leicht grillen lässt. Vor dem Grillen die Bindehaut entfernen. Aromatisch und sehr schmackhaft!
Hanging Tender: Das ist der Fleischanteil des Zwerchfells. Kurz und scharf grillen, dann das kräftige Aroma medium rare genießen. Zart und saftig!
Flank Steak: ein Geheimtipp! Das Steak sitzt im Bauchlappen direkt unterhalb des Filets. Die Fasern laufen dabei von einem Ende bis zum anderen. Daher am Stück und mit der Fettschicht grillen.
Nachhaltigkeit und Experimentierfreude
Das Thema zieht sich sogar bis zur Kohle durch. Auch abgesehen vom Gasgrill werden die klassischen Holzkohle-Griller immer weniger. Ein Trend da sind z.B. gerade Kokos-Kohle oder Olivenkern-Briketts. Die sind besser für die Umwelt und brennen auch länger und gleichmäßiger. Und ansonsten: Hauptsache anders! Viel experimentieren! Da gibt es fast keine Grenzen. Mal weg vom Fleisch - Beim Fisch zum Beispiel: Nicht wie früher einfach auf den Grill, sondern vorher einen Salzblock kaufen. Für ca. 15 Euro gibt es einen vernünftigen. Verteilt die Hitze gut, überträgt Mineralstoffe und Spurenelemente und gibt auch eine andere, speziellere Salz-Note als von normalem Speisesalz.
Trend 4: Veggie
Seit Jahren geht der Trend immer mehr zu weniger Fleisch und mehr Veggie. Der Fantasie sind hier keine Grenzen gesetzt und die Rezeptideen erschlagen einen online fast. Darum haben wir euch hier nur mal zwei leckere und einfache Ideen rausgesucht.
Maisrippchen
Maiskolben in a Rippchen Way.
Dafür werden die Kolben erst einmal gekocht. Dann gibt es eine Marinade aus Butter, Chilli, Knoblauch, Ahornsirup und Salz - also wie bei Fleisch-Rippchen. Und dann landen die Maiskolben auf dem Grill. Ihr könnt dazu auch noch einen Dip aus Frischkäse, Limette und Limettensaft machen.
Dessert-Päckchen vom Grill
Ihr braucht Backpapier, eure Lieblingsschokolade, eure Lieblingsnüsse und euer Lieblingsobst. Das Obst bereitet ihr wie immer vor: Waschen, klein schneiden und dann kommt noch Zitronensaft oben drauf. Dann hackt ihr Schokolade und Nüsse. Packt so viel ihr mögt in ein Backpapier und macht da quasi so ein Osterei draus. Also alle Seiten hoch und oben mit Küchengarn verschließen. Bei geringer Hitze grillen und mit Vanilleeis servieren - et voila Dessert-Päckchen vom Grill!
Und zum Schluss: Grill reinigen!
Exemplarisch gehen wir die Reinigung am Gasgrill durch. Das Wichtigste passiert direkt nach dem Grillen. Fettauffangschale jedes mal leer machen, dass da nichts schimmeln kann. Dann einfach noch mal volle Pulle den Grill aufheizen - Durch die hohen Temperaturen verbrennen Fett- und Marinadenreste zu Asche. Pyrolyse heißt das (für alle Klugscheißer :-)) Am Anfang qualmt es viel - wenn es weniger wird, bist du fertig - und dann einfach mit der richtigen Bürste sauber machen.
Die richtige Bürste
Um es nicht zu kompliziert zu machen: Gusseisen und Alu werden mit Messingborsten gereinigt - alles aus Edelstahl mit Edelstahlborsten. Mit der Bürste übrigens am besten nicht nur Grillroste sauber machen, sondern auch die Wanne darunter oder die Flammenschutzbleche - das ist am einfachsten. Brüsten in verschiedenen Größen erleichtern es auch in die Ecken zu kommen.
Sonst noch was?
Faustregel: Wenn du viel grillst - vielleicht so einmal im Monat gucken, was du sauber machen könntest. Wenn du nur ein paar mal pro Saison grillst, reicht die Grundreinigung auch einmal pro Saison. Und eine Abdeckhaube benutzen: So wird der Grill von außen gar nicht erst so dreckig.





