
Haribo baut kein neues Werk in Neuss-Holzheim
Haribo baut kein neues Werk in Neuss-Holzheim. Nach gut zehn Jahren Planung hat das Unternehmen die Pläne aufgegeben.
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Zehn Jahre Planung - jetzt der Stopp
Gut ein Jahrzehnt lang war das neue Haribo-Werk im Neusser Stadtteil Holzheim ein konkretes Vorhaben. Rund 300 Millionen Euro wollte der Süßwarenhersteller investieren, um die Produktion am Standort Neuss deutlich zu erweitern. Daraus wird nun nichts. Das Unternehmen hat entschieden, den Neubau nicht umzusetzen und stattdessen das bestehende Werk an der Ruwerstraße weiterzuentwickeln.
Gestiegene Kosten und fehlende Planungssicherheit
Als Grund nennt Haribo veränderte weltwirtschaftliche Bedingungen. Anhaltende Krisen hätten Baumaterialien verknappt und die Preise in die Höhe getrieben. Für ein Projekt dieser Größenordnung sei ein verlässlicher Zeit- und Kostenrahmen aber zwingend notwendig. Nach einer Neubewertung der Lage sei es aus Sicht des Unternehmens wirtschaftlich nicht mehr sinnvoll, den Neubau voranzutreiben. Haribo betonte in diesem Zusammenhang ausdrücklich die konstruktive Zusammenarbeit mit der Stadt Neuss.
350 Arbeitsplätze bleiben - 100 neue entstehen nicht
Für die Beschäftigten am Standort Neuss ändert sich dem Unternehmen zufolge das Wesentliche nicht. Die rund 350 Arbeitsplätze im bestehenden Werk sollen erhalten bleiben. Ein Unternehmenssprecher erklärte, die Entscheidung gegen den Neubau bringe den Mitarbeitern Sicherheit, Stabilität und Klarheit. Allerdings: Die rund 100 zusätzlichen Stellen, die der Neubau hätte schaffen sollen, werden voraussichtlich nicht kommen.
Bestandswerk soll weiterentwickelt werden
Das bisherige Werk in Neuss soll nach Unternehmensangaben nicht einfach so bleiben, wie es ist. Haribo kündigt an, den Standort an der Ruwerstraße weiterzuentwickeln. Konkrete Pläne dazu hat das Unternehmen bislang nicht genannt.
Reaktion der Stadt
Eine Rückmeldung und Reaktion der Stadt Neuss in dieser Sache liegt uns aktuell (29.09./13.15 Uhr) noch nicht vor. Diese ergänzen wir an dieser Stelle sobald die Stadt sich bei uns gemeldet hat.
Anwohner hatten sich gegen den Neubau gewehrt
Gegen das geplante Werk in Holzheim hatte sich zuletzt auch Widerstand aus der Nachbarschaft gebildet. Anwohner in direkter Nähe zur geplanten Baufläche kritisierten vor allem die vorgesehenen Gebäudehöhen. Sie befürchteten, von ihren Häusern direkt auf die Produktionsgebäude zu blicken, und forderten, die Anlage stattdessen zur Autobahn hin auszurichten. Mit dem Aus für den Neubau hat sich diese Frage vorerst erledigt.
