
Im Kreis werden Pflegeeltern für Fledermäuse gesucht
Im Rhein-Kreis Neuss werden Menschen gesucht, die sich um Fledermaus-Babys kümmern. Der Kreis will so den Verein Fledermaus.NRW unterstützen.
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Hinter dem Verein Fledermaus.NRW stecken Guido Hoehne und Judith Funk. Die beiden päppeln seit 13 Jahren ehrenamtlich Fledermäuse auf. Sie bekommen im Schnitt 50 Anrufe am Tag und kümmern sich in ihrer privaten Wohnung um die Tiere. Das bedeutet, sie müssen teilweise alle zwei Stunden zum Füttern aufstehen.
Darum brauchen Fledermäuse Hilfe
Ein Grund ist die Hitze, sagt Guido Hoehne:
"Es wird immer wärmer und Fledermäuse, die dann zum Beispiel unter dem Dach wohnen, da wird es dann gern mal 50-80 Grad in so einem Quartier. Das heißt, die halten es da nicht aus und kommen dann zuhauf da raus und sind dann auch dementsprechend erschöpft, dass sie dringend Hilfe brauchen. Das heißt, da ist sofort Erste Hilfe von einer qualifizierten Station angesagt."
Außerdem suchen sich Fledermäuse gerne Spalten in Häusern. Weil wir aber unsere Häuser dämmen und isolieren, leiden die Fledermäuse quasi unter Wohnungsnot.
Pflegestellen im Rhein-Kreis Neuss gesucht
Weil der Bedarf an Pflegestellen immer weiter wächst, möchte der Verein Fledermaus.NRW auch hier im Rhein-Kreis Neuss Pflegestellen aufbauen. Es gibt aber ein paar Voraussetzungen, wenn man Fledermauseltern werden will. Vorwissen braucht man zwar nicht, denn es gibt vorab Workshops und später betreuen dich Experten. Aber: Wer Fledermäuse aufpäppeln will, muss starke Nerven haben und darf keine Katzen im Haus halten. Die vertragen sich nicht so gut mit Fledermäusen. Außerdem musst du im Rhein-Kreis Neuss wohnen und mindestens 35 Jahre alt sein. Der Grund laut den Tierschützern: In dem Alter sind die meisten Leute gesettelt und nicht mehr so sprunghaft. Dann lohne es sich, Zeit in das Coaching zu investieren.
Hier sind die Kontaktdaten:
machmit@fledermaus.nrw
Whatsapp (nur schriftlich): 0172-2522660
Das können wir sonst noch tun
Wer keine Kapazitäten hat, sich als Pflegestelle um die Tiere zu kümmern, kann sich trotzdem für Fledermäuse einsetzen. Wer zum Beispiel eine Fledermaus findet, die Hilfe braucht - das erkennt man zum Beispiel daran, dass sie am Tag irgendwo rumliegt - kann die Fledermaus vorsichtig sichern. Guido Hoehne erklärt, wie es geht:
"Ich nehme zum Beispiel eine Teeschachtel, nehme die restlichen Teebeutel raus, mache ein paar Luftlöcher rein von innen nach außen, lege ein bisschen Klopapier rein und dann schaue ich, dass ich die Fledermaus vorsichtig mit ein paar Handschuhen greife, in diese Schachtel setze. Wichtig ist, überall wo ihr mit dem kleinen Finger reinkommt, kommt die Fledermaus wieder raus."
Und dann bringst du sie zu einer Pflegestelle. Die nächste für uns ist gerade noch bei Guido und Judith in Düsseldorf.
Fledermaushilfe im Garten
Auch unabhängig von hilfesuchenden Fledermäusen können wir etwas tun: Wer einen Garten oder Balkon hat, kann zum Beispiel Nachtblüher pflanzen oder ein Fledermaushäuschen aufhängen. Pluspunkt für uns: Eine Fledermaus kann bis zu 2.000 Mücken pro Nacht fressen.
