
Im Rhein-Kreis Neuss fehlen weiter Hausärzte
Im Rhein-Kreis Neuss fehlen in einigen Kommunen weiter Hausärzte. In der aktuellesten Auflistung der KVNO gibt es deutliche Unterschiede in der Versorgung in den Kommunen.
Veröffentlicht: Mittwoch, 22.04.2026 12:00
Den größten Bedarf an Hausärzten in unserem Kreis hat nach der Auflistung der KVNO der Planungsbereich Grevenbroich/Jüchen/Rommerskirchen. Hier sind fast 16 Hausarzt-Posten unbesetzt. Danach folgt Korschenbroich mit sieben freien Stellen und dann kommt Meerbusch - hier sind es fünf. In Kaarst dagegen gibt es aktuell sogar eine Überversorung an Hausärzten. Neue dürfen sich daher aktuell dort nicht niederlassen. Vom NRW-Gesundheitsministerium gibt es ein spezielles Förderprogramm. Medizinstudenten bekommen darüber bis zu 70.000 Euro, wenn sie sich nach dem Studium verpflichten, zehn Jahre lang in einem unterversorgten Bereich als Hausarzt zu arbeiten.
Die Kassenärztliche Bundesvereinigung warnt davor, dass es durch die Gesundheitsreform noch weniger Hausarztpraxen werden könnten - falls Zusatzvergütungen dadurch wegfallen sollten.
Die Hausärzte-Versorgung im Rhein-Kreis Neuss:
Grevenbroich/Jüchen/Rommerskirchen: Versorgungsgrad 86,6 | 15,5 unbesetzte Stellen
Korschenbroich: Versorgungsgrad 79,5 | 7,0 unbesetzte Stellen
Meerbusch: Versorgungsgrad 96,6| 5,0 unbesetzte Stellen
Neuss: Versorgungsgrad 106,5 | 3,5 unbesetzte Stellen
Dormagen: Versorgungsgrad 109,0 | 0,5 unbesetzte Stellen
Kaarst: Versorgungsgrad 115,0 | 0,0 unbesetzte Stellen
Grevenbroich/Jüchen/Rommerskirchen werden in der Auflistung gemeinsam als ein Planungsbereich geführt.
Bei einem Versorgungsgrad ab 110,0 gibt es eine Sperre von neuen Niederlassungen.
Bei einem Versorgungsgrad unter 75 droht eine Unterversorgung. Hier werden aber nur Ärzte unter 60 Jahren eingerechnet.