Anzeige
Initiative Augenblick für mehr Sicherheit im Schwimmbad
© morbitzer media GmbH
Teilen: mail

Initiative Augenblick für mehr Sicherheit im Schwimmbad

Ein Kind kann in 20 Sekunden ertrinken - lautlos. Darauf macht die Initiative Augenblick auch im Rhein-Kreis Neuss aufmerksam.

Veröffentlicht: Montag, 27.07.2026 10:00

Anzeige

"Mama, mein Handtuch liegt noch da. Aber ich nicht mehr." oder "Papa, du warst mein Held. Bis dein Handy wichtiger war als ich." - Plakate mit diesen Aufschriften können wir aktuell unter anderem vor dem Südbad in Neuss und vor dem Schlossbad in Grevenbroich sehen. Sie sind Teil der Initiative Augenblick, die darauf aufmerksam machen will, wie schnell ein Kind ertrinken kann. Die Wortwahl auf den Plakaten ist dabei bewusst gewählt, sagt Betriebsleiter des Südbads in Neuss Alexander Briede:

"Mama oder Papa, das sind ja Wörter, die Kinder als Erstes lernen. Und die Idee dahinter ist, dass die Kinder dann die Eltern fragen: "Papa, was steht denn da?" und so noch mehr Bewusstsein geschaffen wird."
Anzeige

Das sind die größten Probleme

Anzeige

Ein großes Problem ist das Smartphone, wie auch diese Mutter schon beobachtet hat:

"Man sieht so häufig, dass die Eltern dann ein Handy haben oder so, und man kennt selber, dass ein kurzer Augenblick dann doch länger ist, als man meint, und da kann viel passieren, vor allem wenn in den Sommerferien oder so einfach viel zu viel los ist."

Viele Eltern würden sich auch darauf verlassen, dass die Bademeister aufpassen, das reicht aber nicht, sagt Bademeister Jan Müller:

"Wir laufen auch den ganzen Tag natürlich herum. Wir stehen natürlich auch mehrere Stunden da, aber es kann auch passieren, dass wir halt vielleicht, weil wir gerade mal auf einer anderen Seite sind, das nicht sehen. Klar, wir geben unser Bestes, aber auch wir können nicht immer überall sein."
Anzeige

So wird der Schwimmbadbesuch sicherer

Anzeige

Das Wichtigste ist wirklich: Alle Aufmerksamkeit sollte auf das Kind gerichtet sein. Das heißt: Buch oder Handy sollten in der Tasche lassen, hat mir Bademeister Jan Müller gesagt:

"Ich glaube, jeder kennt das. Man scrollt mal durch Instagram oder TikTok und man sieht: "Oh, jetzt sind schon 10 Minuten vorbei." Deswegen, ich würde das Handy gar nicht rausholen, einfach auf sein Kind achten. Gerade wenn das noch klein ist und nicht schwimmen kann, sollte man eh mit ins Wasser gehen, anstatt nur am Beckenrand zu sein."

Außerdem ist es wichtig, offen mit dem Kind zu sprechen und ihm zu erklären, welche Gefahren es im Wasser gibt. Und entsprechende Regeln aufstellen, wie es diese Mutter gemacht hat:

"Sie darf nirgendwo alleine hingehen. Also, sie kann nicht von Becken zu Becken alleine gehen. Einer muss immer mit dabei sein. Sie muss sagen, wo sie hingeht. Sie nimmt immer die Schwimmflügel an, auch im Babybecken."

Auch bei Kindern, die schwimmen können, sollten Eltern weiter aufmerksam sein. Denn auch da kann immer was passieren, sagt Bademeister Jan Müller:

"Es kann ganz schnell passieren, zum Beispiel ein Krampf. Man weiß nicht, wie man handeln soll, oder man stößt sich irgendwo den Kopf, weil man vom Beckenrand springt. Dann ist man ohnmächtig."
Anzeige

Die Wahl der Kleidung

Anzeige

Auch die richtige Wahl der Badekleidung kann einen Teil zur Sicherheit beitragen. Kurz gesagt: Neongelb, Orange oder Pink heben sich am besten vom Wasser ab. Wenn man also untergehen sollte, sieht man das halt einfach am besten und erkennt im besten Fall die Notsituation viel schneller. Schwarz, grau oder weiß ist dagegen keine gute Idee. Und für Nichtschwimmer sind natürlich auch Schwimmflügel wichtig!

Anzeige
Anzeige
Anzeige