
Keine Mehrheit für Radentscheid in Kaarst
In Kaarst ist der sogenannte "Radentscheid" gescheitert. Die Bürgerinitiative "Kaarster for Future" hatte den Bürgerentscheid ins Leben gerufen.
Veröffentlicht: Montag, 07.03.2022 05:00
Dabei ging es um den Ausbau der Fahrrad-Infrastruktur in der Stadt in den kommenden Jahren. 7000 Ja-Stimmen waren nötig, damit die Stadt die Forderungen umsetzt. Am Ende waren es knapp 3.100.
Die Kaarster Bürgermeisterin Ursula Baum bewertet das Ergebnis auch als Auftrag an die Stadt, das eigene Mobilitätskonzept jetzt abschließend auf den Weg zu bringen. Ein ganzheitliches Mobilitätskonzept sei die bessere Lösung, sagt sie. Außerdem sieht Baum nach der Abstimmung auch keine Niederlage für die Bürgerinitiative: Durch das Mobilitätskonzept werde der Radverkehr in Kaarst in jedem Fall verbessert.
Der Fahrrad-Club ADFC bewertet den bundesweit ersten Radentscheid trotz Scheiterns als Erfolg. Das Bewusstsein für Probleme im Radverkehr sei dadurch verbessert worden.
Die Bürgerinitiative "Kaarster for Future" zeigt sich enttäuscht. Sie bedauert es, dass nur wenige Kaarster mit abgestimmt haben. Gleichzeitig hofft sie jetzt aber, dass die Koalition aus CDU, Grünen und FDP das städtische Mobilitätskonzept schnell auf den Weg bringt und die Vorschläge darin konsequent umsetzt. Der Stadtrat soll das Konzept im April (07.04.) beschließen. Von CDU und Grünen heißt es: An diesem Konzept hätten verschiedene Akteure mitgewirkt, auch die Bürgerinitiative. Außerdem finden sie es richtig, dass durch den Radentscheid das Thema Radverkehr deutlich mehr Aufmerksamkeit bekommen hat.