
Kita-Sozialindex: So schneidet der Rhein-Kreis Neuss ab
NRW fördert Kitas künftig gezielter. Dafür gibt es einen neuen Sozial-Index. Im Rhein-Kreis Neuss zeigt er deutliche Unterschiede.
Veröffentlicht:
Das Land Nordrhein-Westfalen will Fördermittel für Kindertagesstätten künftig gezielt dort einsetzen, wo der Bedarf am größten ist. Dafür hat die Landesregierung den sogenannten Kita-Sozial-Index eingeführt. Das Ziel dahinter: mehr Chancengerechtigkeit für Kinder, die in schwierigen Verhältnissen aufwachsen. Im Rhein-Kreis Neuss zeigt der neue Index deutliche Unterschiede zwischen den einzelnen Kommunen.
So funktioniert der Kita-Sozial-Index
Alle Kitas in NRW wurden für den Index auf einer Skala von eins bis neun bewertet. Je höher der Wert, desto größer ist der festgestellte Förderbedarf. Für die Einstufung spielen zwei Faktoren eine Rolle: Zum einen, wie viele Kinder im Umfeld der Kita in Armut leben. Zum anderen, wie viele Kinder zu Hause kein Deutsch sprechen. Beide Kriterien sollen zeigen, wo Einrichtungen besondere Unterstützung brauchen, um Kindern gute Startchancen zu geben.
Neuss hat den höchsten Förderbedarf im Kreis
Innerhalb des Rhein-Kreises Neuss schneidet die Stadt Neuss beim Kita-Sozial-Index im Schnitt am schlechtesten ab - der Förderbedarf ist dort laut Index am größten. Am anderen Ende der Skala liegen Rommerskirchen, Korschenbroich und Jüchen: Diese Kommunen weisen die niedrigsten Werte im Kreisgebiet auf. Kitas mit besonders hohen Indexwerten sollen künftig jeweils 60.000 Euro zusätzlich erhalten. Das Geld ist ausdrücklich für die Kita-Sozialarbeit vorgesehen - also für Fachkräfte und Angebote, die Kinder und Familien vor Ort direkt unterstützen. NRW-weit sollen ab August 2027 zunächst bis zu 150 Einrichtungen von dieser zusätzlichen Förderung profitieren.