
Klasse 0: Hilfe für Kinder vor der Einschulung
Um den Übergang vom Kindergarten zur Grundschule zur erleichtern, gibt es das bundesweite Förderprojekt "Klasse 0". Mit dabei sind auch eine Neusser und eine Düsseldorfer Schule.
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Für viele Kinder ist der Start in die Grundschule ein großer Schritt. Neue Abläufe, neue Regeln, neue Erwartungen. Während einige Erstklässler schnell im Schulalltag ankommen, brauchen andere deutlich mehr Unterstützung. Genau hier setzt das Projekt „Klasse 0“ an, das seit dem Frühjahr auch an einer Neusser und einer Düsseldorfer Schule läuft.
Bundesweites Projekt für Kinder mit Förderbedarf
Die Klasse 0 ist ein bundesweites Projekt der Bildungsinitiative #wirfürschule, finanziert durch Sponsoren. Seit dem Frühjahr werden nach Angaben der Initiative mehr als 100 Schulen in Deutschland unterstützt, um Kinder mit besonderem Förderbedarf vor dem Schulstart gezielt zu begleiten.
Im Mittelpunkt stehen vor allem Kindergartenkinder, die beim Wechsel in die erste Klasse zusätzliche Hilfe brauchen. Die Förderung findet in regelmäßigen Treffen in kleinen Gruppen statt. Wie genau die Arbeit vor Ort aussieht, kann sich allerdings von Schule zu Schule unterscheiden.
Nicht nur Sprache steht im Fokus
Ein wichtiger Baustein der Klasse 0 ist die Sprachförderung. Aber es geht auch um andere Fähigkeiten, die für einen gelungenen Schulstart entscheidend sind. Dazu gehören unter anderem die sozial-emotionale Entwicklung und motorische Fähigkeiten. Außerdem geht es um die Vorbereitung auf erste Lernprozesse (Mathematik, Lesen, Schreiben). Nach Angaben der Initiative ist die Klasse 0 keine klassische Vorschule und soll diese auch nicht ersetzen. Vielmehr versteht sich das Angebot als gezielte Ergänzung für Kinder, die intensiver auf den Schulstart vorbereitet werden sollen.
Grundschule in Düsseldorf hat die "Klasse 0" getestet
U.a. das Familiengrundschulzentrum an der Sonnenstraße in Düsseldorf hat das Projekt getestet. Hier werden Kinder vor der Einschulung ohnehin schon extra gefördert, sagt Schulleiter Kornelius Knettel:
"Jedes Kind kommt ab März einmal in der Woche zu uns, [...] egal wie die Förderbedarfe sind, weil wir der Meinung sind, dass die Kinder, wenn sie schon Schule gesehen haben, am ersten Schultag einfach viel besser in die Schule kommen können, als wenn sie die Schule das erste Mal sehen."
Die Klasse 0 passte sehr gut dazu, so der Schulleiter. Deshalb hat er die Förderstunden aufgestockt: Wo Bedarf ist, kommen die Kinder statt einmal, zweimal in der Woche in die Schule - jeweils für 90 Minuten.
Ob die zusätzliche Förderung etwas gebracht hat, lässt sich noch nicht sagen, weil die ersten Kinder der Klasse 0 erst jetzt richtig eingeschult werden. Der erste Eindruck bei den Eltern war aber positiv, genauso wie bei den Kindern, sagt der Schulleiter:
"Zum Ende sind die Kinder viel lieber gekommen, als es vorher der Fall war, und waren ganz traurig, dass jetzt Sommerferien sind und dass sie jetzt sechs Wochen Pause haben."
Zusätzlich konnten die Kinder schon vor den Sommerferien ihre neuen Klassen kennenlernen. Laut dem Schulleiter hilft auch das beim Eingewöhnen.
Frühförderung rückt stärker in den Fokus
Der Bedarf an früher Unterstützung wächst. Nach den jüngsten Schuleingangsuntersuchungen spricht jedes dritte Kind eines Jahrgangs noch nicht gut genug Deutsch, um dem Unterricht aktiv folgen zu können. Das Land NRW hat deshalb beschlossen, zum Schuljahr 2028/2029 sogenannte ABC-Klassen einzuführen. Diese sollen Kinder bereits im Jahr vor der Einschulung sprachlich fördern. Dafür ist im Frühjahr vor der Einschulung ein Sprachtest geplant. Wird dabei größerer Förderbedarf festgestellt, ist der Besuch einer ABC-Klasse verpflichtend. Vorgesehen sind zweimal pro Woche je zwei Unterrichtsstunden - ein Jahr lang.