
Kriminalität 2025 in NRW und im Rhein-Kreis Neuss
Nordrhein-Westfalen ist wieder etwas sicherer geworden. Das steht in der Kriminalstatistik 2025.
Veröffentlicht: Montag, 02.03.2026 14:00
In Nordrhein-Westfalen ist die Kriminalität insgesamt leicht zurückgegangen. 2025 wurden rund 1,36 Millionen Straftaten erfasst. Besonders rückläufig sind Gewaltdelikte, Diebstahl und Wohnungseinbrüche. Auch bei Ladendiebstählen und Taschendiebstählen zeigen sich erstmals seit Jahren wieder Rückgänge. Die Aufklärungsquote der Polizei liegt insgesamt bei rund 54 Prozent, bei Gewaltdelikten sogar bei 84 Prozent. Sorge bereitet NRW-Innenminister Reul der Umgang von Kindern und Jugendlichen mit Gewalt.
Das ganze Interview mit dem Innenminister
„Das ist das Messer oder der Tritt vorm Kopf. Da ist eine ganz andere Bereitschaft… oder besser: Fähigkeit da, über die Grenzen zu gehen und nicht mehr auf die Folgen zu achten.“
NRW-Innenminister Herbert Reul erläutert im Interview mit José Narciandi, dem Leiter unseres Landtagsstudios in Düsseldorf, die aktuellen Entwicklungen in der Politzeitlichen Kriminalstatistik.
Was hat sich verbessert?
2025 wurden in NRW rund 1,36 Millionen Straftaten registriert. Das sind 3 % weniger als im Vorjahr. Die Aufklärungsquote liegt bei 53,7 %.
Rückgänge gibt es vor allem bei:
- Gewaltdelikten: -1,8 % (rund 159.000 Fälle), Aufklärungsquote 84 %
- Straßenkriminalität: –4 %
- Raub: –6,4 %
- Ladendiebstahl: –8 %
- Wohnungseinbruch: –3 %
- Taschendiebstahl: -11 %
Auch die Kinder- und Jugendkriminalität ist insgesamt gesunken (–7 %).
Die Rauschgiftkriminalität ging um 28 % zurück – insbesondere im Bereich Cannabis. Cybercrime sank um sechs Prozent.
Was hat sich verschlechtert?
Gleichzeitig gibt es deutliche Anstiege bei schweren Straftaten. Die Zahl der Mord- und Totschlagsdelikte stieg auf 508 Fälle (+29). 130 Menschen starben, 93 % der Fälle wurden aufgeklärt.
Deutlich gestiegen sind die Sexualdelikte:
- +5,2 % auf über 32.000 Fälle
- Vergewaltigungen: +8,5 % (knapp 3.800 Opfer)
- Häusliche Gewalt: rund 62.000 Fälle, 59 Todesopfer
Auch der sexuelle Missbrauch von Kindern (+2,7 %) und Kinderpornografie (+9 %) nahmen weiter zu.
Während die Gesamtzahlen bei Drogen sinken, steigt die Kriminalität rund um Kokain und Crack (+17 %).
Messerkriminalität bleibt trotz leichtem Rückgang ein Thema:
- rund 7.200 Fälle
- 49 Todesopfer
Sexualstraftaten gibt es fast doppelt so viele wie noch vor sieben Jahren. Innenminister Herbert Reul sagte uns dazu im Interview: „Da bin ich mir ganz sicher, dass es damit zusammenhängt, dass heute - anders als vor 10 Jahren mehr Sachen gemeldet werden. Damals wurden ja mehr Sachen unter den Teppich gekehrt. Die werden jetzt gemeldet. Das ist auch gut so - und damit kriegen wir immer mehr Fälle aus dem Dunkelfeld ins Hellfeld.“
(Autoren: Finn Weyden / José Narciandi)
Rückgang der Straftaten im Rhein-Kreis Neuss
Im Jahr 2025 sank die Kriminalität im Rhein-Kreis Neuss um 7 %. Die Polizei verzeichnete eine höhere Aufklärungsquote und weniger Diebstähle.
Erfolge im Kampf gegen die Kriminalität
Die Kriminalstatistik für 2025 zeigt erfreuliche Entwicklungen im Rhein-Kreis Neuss, sagt die Kreispolizei.Sie registrierte 28.790 Straftaten, was einem Rückgang von 7 % im Vergleich zum Vorjahr entspricht. Besonders positive Trends sind im Bereich der Diebstähle zu verzeichnen. Die Anzahl der Einbrüche in Fahrzeuge und Wohnungen nahm deutlich ab. Ein Indiz dafür, dass die Sicherheitsmaßnahmen greifen, ist laut Kirespolizei der Rückgang der aufgebrochenen Fahrzeuge von 2.672 im Jahr 2024 auf 2.148 im Jahr 2025.
Strategien gegen Diebstahl und Betrug
Auch die Zahl der Geldautomatensprengungen konnte auf null reduziert werden. Das sieht die Kreispolizei als Erfolg ihrer internen Kozepte in diesem Bereich. Trotz der Fortschritte bleibt der Schutz älterer Menschen vor Betrügern eine Herausforderung. Die Polizei sensibilisiert mit der Kampagne „Auflegen!“ für die Gefahren von Betrug. Die Ermittlungskommission "Debit" erreichte beachtliche Erfolge und trug zur Verhaftung mehrerer Täter bei.
Gemeinschaftliche Sicherheit und Prävention
Die Polizei sieht als entscheidenen Faktor für die Sicherheit in unserer Region in der Zusammenarbeit mit den Menschen im Rhein-Kreis Neuss. Die Bürger werden ermutigt, aufmerksam zu bleiben und Verdachtsmomente zu melden, um die Sicherheitslage weiter zu verbessern, heißt es. Das Kriminalkommissariat Kriminalprävention und Opferschutz bietet Beratung an, um den Schutz, insbesondere gegen Einbrüche, zu erhöhen.


