
Kühlturm in Grevenbroich-Frimmersdorf gesprengt
Für Grevenbroich ist es ein Stück Geschichte, das am Donnerstag (26.2.) gesprengt wurde. Der 117 Meter hohe Kühlturm des Kraftwerks ist Geschichte.
Veröffentlicht: Donnerstag, 26.02.2026 15:00
Pünktlich um 14 Uhr am Donnerstag (26.02.), wurde der Kühlturm des stillgelegten Braunkohleblocks Q am ehemaligen Kraftwerksstandort Frimmersdorf mittels Sprengung niedergelegt. Wenig später wurde die Sprengung offiziell für beendet erklärt, so dass die Behörden die Energiestraße entlang des Kraftwerksbaus wieder für den Verkehr freigeben konnten. Wie von Michael Schneider, Sprengmeister des renommierten Rückbauunternehmens Liesegang aus Hürth, berechnet, fiel der Ende der 1960er Jahre errichtete Turm in sich zusammen. Es ist der erste große Kühlturm eines Braunkohlekraftwerks im Rheinischen Revier, der im Zuge des Kohleausstiegs in der Region zurückgebaut wird.
Wir sind live bei der Sprengung des Kühlturms in Frimmersdorf vor Ort. Ab ca. 13:30 Uhr könnt ihr hier den Livestream verfolgen.
Viele Zuschauer verfolgten die Sprengung
Aus sicherer Entfernung verfolgten zahlreiche Zuschauer aus der Region die Sprengung. Unter ihnen befanden sich Ina Scharrenbach, Ministerin für Heimat, Kommunales, Bau und Digitalisierung des Landes Nordrhein-Westfalen, Katharina Reinhold, Landrätin des
Rhein-Kreises Neuss, Stefan Meuser, Erster Beigeordneter der Stadt Grevenbroich, sowie Dr. Lars Kulik, Vorstand der RWE Power. Das Land NRW, der Rhein-Kreis Neuss und die Stadt Grevenbroich verfolgen das gemeinsame Ziel, das ehemalige Kraftwerksgelände Frimmersdorf in einen innovativen Digital- und Transformationsstandort zu entwickeln. Dieser Prozess wird in der „Zukunfts.Kraftwerk Frimmersdorf Strategie GmbH“ gesteuert. Im Sinne der industriekulturellen Denkmalpflege sollen die markante Maschinenhalle und einige benachbarte Anlagenteile erhalten bleiben.
Stimmen zur Sprengung und der Zukunft des Geländes
Ina Scharrenbach, MdL, Ministerin für Heimat, Kommunales, Bau und Digitalisierung:
„Der Knall und Fall des Kühlturms ist kein Abschied – er ist der Startschuss für eine neue Zukunft. Wo einst Kohle brannte, zündet heute die Idee: Aus Maschinenhalle wird Denkfabrik. Frimmersdorf sprengt nicht seine Vergangenheit – es entfacht seine Zukunft. Mit dem Fall des Kühlturms erhebt sich eine neue Zeit. Frimmersdorf verwandelt Erinnerung in Innovation. Wir gestalten gemeinsam diesen Wandel im Rheinischen Revier – von der Braunkohle- zur Boomregion. Der Standort Frimmersdorf wird mit einem einzigartigen Konzept transformiert und zum Zukunftskraftwerk entwickelt. Der geplante Digital- und Innovationsstandort stärkt Arbeitsplätze, Gewerbe und Lebensqualität im Rheinischen Revier. Das Kraftwerk Frimmersdorf besitzt wie kein anderes Bauwerk im Rheinischen Revier das Alleinstellungsmerkmal, die Geschichte der Verstromung der Braunkohle in beeindruckender Architektur zu repräsentieren. Wir schlagen mit diesem zukunftsweisenden Projekt die Brücke von Vergangenheit zur Zukunft.“
Katharina Reinhold, Landrätin des Rhein-Kreises Neuss:
„Der Standort Frimmersdorf ist seit Jahrzehnten ein Garant für Arbeitsplätze und Wohlstand unserer Region und soll dies auch künftig bleiben. Dazu entwickeln wir gemeinsam den Ort der Braunkohleverstromung hin zu einem Digitalstandort und zentralem Anker dafür, dass wir künftig zu einer der führenden Digitalregionen Europas werden.“
Klaus Krützen, Bürgermeister Stadt Grevenbroich:
„Mit der Sprengung des Kühlturms wird der Wandel in Frimmersdorf deutlich sichtbar. Was jahrzehntelang für Energieerzeugung stand, macht jetzt Platz für neue Wirtschaftskraft, Innovation und zukunftsfähige Arbeitsplätze. Gemeinsam mit Land und Rhein-Kreis Neuss entwickeln wir hier einen modernen Transformationsstandort, der Tradition respektiert und zugleich klare Perspektiven für kommende Generationen eröffnet. Frimmersdorf steht beispielhaft dafür, wie Strukturwandel aktiv gestaltet werden kann.“
Dr. Lars Kulik, Vorstandsmitglied der RWE Power:
„RWE schafft Platz für eine werthaltige Nachnutzung und unterstützt damit die Pläne des Landes NRW, des Rhein-Kreises Neuss und der Stadt Grevenbroich. Durch den Rückbau der Gebäude auf der nördlichen Kraftwerksfläche werden die Voraussetzungen dafür geschaffen, dass sich bereits in wenigen Jahren neue Arbeitsplätze an diesem traditionsreichen Standort ansiedeln können. Über Jahrzehnte hinweg war dieser Standort ein Garant für die sichere Stromversorgung der Menschen und Unternehmen der Region. Bei einigen wird daher heute sicherlich auch Wehmut mitschwingen. Gleichwohl überwiegt aber die Freude, da mit dem Rückbau am Standort Frimmersdorf etwas Neues entstehen kann.“
Rückbau bis 2028
Die Sprengung ist Teil der Rückbauarbeiten auf der nördlichen Kraftwerksfläche auf Grevenbroicher Stadtgebiet. Dort befinden sich die beiden 300-Megawatt-Blöcke P und Q, die nun demontiert werden. Der Rückbau soll Mitte 2028 abgeschlossen sein. Die Entkernung der Gebäude ist im Sommer abgeschlossen, dann beginnt Schritt für Schritt deren Demontage.
(Text: Presseinformation RWE vom 26.02.2026)