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NE-WS 89.4 Jahresrückblick 2022: Gerichts-Prozesse
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NE-WS 89.4 Jahresrückblick 2022: Gerichts-Prozesse

Kurz bevor das Jahr endet darf eine Tradition bei NE-WS 89.4 natürlich nicht fehlen: Der Jahresrückblick. Hier geht es um die außergewöhnlichsten Gerichts-Prozesse.

Veröffentlicht: Mittwoch, 28.12.2022 05:00

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Tausende Verfahren mit Beteiligung von Opfern oder Angeklagten aus dem Rhein Kreis Neuss haben in diesem Jahr erneut die Justiz in der Region beschäftigt. Häufig ging es dabei um Schwerkriminalität, manchmal aber auch um Kuriositäten. Wir von NE-WS 89.4 blicken gemeinsam mit unserem Gerichtsreporter Marc Pesch auf die wichtigsten Verfahren des Jahres zurück.

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8. Februar 2022 – Die Organisatoren der „Classic Days“ werden vom Amtsgericht Grevenbroich zur Zahlung eines Bußgeldes in Höhe von 500 EUR verurteilt. Sie hatten während der Corona-Pandemie am Schloss Dyck eine Oldtimertour organisiert und bei der Fahrer-Besprechung die Abstände nicht eingehalten. Kurios: Jens Spanjer, Vorstand der Stiftung Schloss Dyck und langjähriger Partner der Classic Days, hatte die Organisatoren angeschwärzt und Fotos von den Vergehen gemacht.

21. März 2022 – Am Landgericht Mönchengladbach endet die Neuauflage im Prozess um den Tod des kleinen Leon aus Grevenbroich-Wevelinghoven. Der Junge war in der Wohnung seiner Eltern auf der Krummstraße verdurstet. Seine Mutter muss nun für sechseinhalb Jahre ins Gefängnis. Sie hatte die Wohnung aufgrund von Depressionen verkommen lassen und sich nicht um den kleinen Sohn gekümmert. Für sie ist das Urteil dennoch ein Erfolg: In erster Auflage hatte das Landgericht sie noch zu knapp acht Jahren Gefängnis verurteilt. Staatswältin Carola Gudat:

30. März 2022 – Eine Familie aus Neuss verklagt die Stadt. Der Grund: Die Eltern eines kleinen Mädchens waren nicht damit einverstanden, dass das Kind in der Hochzeit der Corona-Pandemie nicht in den Kindergarten gehen konnte. Sie werfen der Stadt vor, bei dem Kind psychische Schäden hervorgerufen zu haben und fordern nun 7000 EUR Schmerzensgeld. Das Urteil: Die Klage wird abgewiesen, die Stadt hat alles richtig gemacht.

6. April 2022 – Nach dem Mordversuch an einem 40jährigen Mann aus Neuss müssen zwei Männer und zwei Frauen nun für bis zu acht Jahre ins Gefängnis. Das Landgericht Mönchengladbach verurteilt das Quartett unter anderem wegen versuchtem Mord. Hintergrund der Tat: Eine der Angeklagten wollte sich am späteren Opfer – ihrem Ex-Freund – rächen. Für die Ausführung hatte sie einen Kampfsportler beauftragt, der Geld brauchte.

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Gerichts-Prozesse Februar bis April
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14. Juni 2022 – Das Jugendschöffengericht Mönchengladbach lasst im Prozess gegen drei Jugendfußballer Gnade vor Recht ergehen. Das Trio war im Auswärtsspiel des Türkisch-Deutschen Freundschaftsvereins Viersen bei den Sportfreunden Neersbroich ausgerastet und hatte den Schiedsrichter, Zuschauer und Gegenspieler attackiert. Die Justiz verhängte Arbeitsstunden gegen die Jugendlichen, die vom Fußballverband obendrein lange gesperrt wurden.

22. Juli 2022 – Das Landgericht Düsseldorf setzt in einem Mafia-Prozess deutliche Zeichen. Weil die Angeklagten in riesigem Umfang mit Falschgeld gehandelt haben, müssen sie für bis zu knapp 10 Jahre in Haft. Beteiligt waren an den kriminellen Machenschaften auch Pizzabäcker aus Kaarst und Dormagen. Im Prozess räumten die Angeklagten ein, auch mit Kokain gehandelt zu haben.

15. August 2022 – Der tragische Sturz auf dem Weihnachtsmarkt in der Dormagener Innenstadt im Dezember 2018 endet ohne Verurteilung. Die Justiz stellt das Verfahren gegen die damalige Weihnachtsmarkt-Betreiberin gegen Zahlung von 500 EUR Geldauflage ein. Am Tattag war eine 87jährige Frau über ein offen herumliegendes Kabel gestürzt und später im Krankenhaus verstorben.

1. September 2022 – Ein Mann aus Neuss muss für 10 Jahre in Haft. Das Landgericht Düsseldorf verurteilt den 48jährigen wegen Totschlags. Er hatte im Frühjahr 2022 in einer Wohnung in Weckhoven seine Lebensgefährtin getötet. Der Alkoholiker war laut Justiz eifersüchtig.

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Gerichts-Prozesse Juni bis September
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14. September 2022 – Mit einem milden Urteil geht am Landgericht Düsseldorf der Prozess gegen eine Krankenschwester des Neusser Lukaskrankenhauses zu Ende. Die Frau hatte im Prozess gestanden, aus Mitleid einem schwerkranken Corona-Patienten nicht die erforderlichen Medikamente verabreicht zu haben. Der Mann war daraufhin verstorben, wäre aber ohnehin nicht zu retten gewesen. Das Gericht beließ es deshalb bei einer Bewährungsstrafe.

30. November 2022 – Nach einer beinahe tödlichen Schießerei auf der Straße „Zum Schützengrund“ in Rommerskirchen-Butzheim muss ein Anwohner für 10 Jahre in Haft. Er hatte auf zwei Nachbarn geschossen und diese zum Teil lebensgefährlich verletzt. Hintergrund der Tat war ein jahrelanger Nachbarschaftsstreit.

15. Dezember 2022 – Ein Eis beschäftigt das Neusser Amtsgericht. Angeklagt ist ein früherer Unternehmer, der inzwischen der „Querdenker-Szene“ angehört. Der Mann hatte mit einem Freund in der Nähe der Kirche in Korschenbroich auf einer Bank ein Eis gegessen. Weil die Bank zu dicht an der Eisdiele stand, wo sich die Männer das Eis angeblich gekauft hatten, wird nun ein Bußgeld in Höhe von 350 EUR fällig. Eis essen im Umfeld von 50 Metern einer Eisdiele war nämlich im Frühjahr 2021 nicht erlaubt.

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Gerichts-Prozesse September bis Dezember
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