
NE-WS 89.4 Jahresrückblick 2025: Gerichts-Prozesse
Die Gerichte in der Region hatten in diesem Jahr 2025 wieder alle Hände voll zu tun.
Veröffentlicht: Sonntag, 28.12.2025 13:00
NE-WS 89.4-Gerichtsreporter Marc Pesch hat sich die Verfahren und Urteile in diesem Jahr nochmal angeschaut und einige Prozesse für unseren Jahresrückblick 2025 zusammengefasst.
Prozesse aus dem 1. Halbjahr 2025
12. Januar | 6 Jahre Haft – Frau attackiert
Das Landgericht Düsseldorf verurteilt einen Familienvater aus Neuss zu sechs Jahren Haft wegen versuchten Mordes. Der Mann hatte Schulden und Finanzprobleme vertuscht, seine Frau wollte er mit einem Handy Ladekabel umbringen. Im sicheren Glauben, die 45-jährige getötet zu haben, erklärte er einem Gerichtsvollzieher, er habe seine Frau umgebracht. Der rief jedoch den Rettungsdienst, so dass die zweifache Mutter noch gerettet werden konnte.
26.März | Urteil A540
Ein gebürtiger Neusser wird vom Landgericht Mönchengladbach zu 12,5 Jahren Gefängnis verurteilt. Das Gericht sah es als erwiesen an, dass der 25-jährige Betreiber einer Putzfirma aus Erkelenz einen 20-jährigen aus Grevenbroich auf dem Seitenstreifen der früheren A540 bei Jüchen mit einem Messer umgebracht hatte. Das Motiv bleibt unklar, weil sich viele Zeugen vor Gericht zugeknöpft gaben. Das Urteil ist inzwischen rechtskräftig, die Revision wurde verworfen.
7. April | Psychiatrie nach Intersnack Attacke
Mit der Einweisung in eine geschlossene Anstalt endet am Landgericht Mönchengladbach der Prozess um eine brutale Attacke im Wevelinghovener Werk der Intersnack-Chipsfabrik. Ein Maschinenführer hatte einen Kollegen grundlos mit einem Schraubendreher angegriffen und schwer verletzt. Das Opfer leidet bis heute unter der Tat. Der Angeklagte leidet unter einer schizophrenen Erkrankung.
4. Juni | Auftakt Geldautomatensprenger Dormagen
In Düsseldorf beginnt der Prozess gegen ein mutmaßliches Mitglied einer Bande holländischer Geldautomatensprenger. Unter anderem soll die Gruppierung in Dormagen auf der Kieler Straße einen Automaten der Sparkasse Neuss in die Luft gejagt haben. Die Verteidigung bezeichnet den 29-jährigen als „Hilfsarbeiter“, weil er immer nur den Fluchtwagen – einen Mercedes AMG E63 – gefahren haben soll. Auch der Fahrer ist ein Täter, urteilt das Gericht später und verhängt fast 13 Jahre Gefängnis.
Prozesse aus dem 2. Halbjahr 2025
14.Juli | 5 Jahre Haft nach Schüssen auf Shisha Bar
Mitten in der Grevenbroicher Innenstadt fallen nachts mehrere Schüsse – der Täter zielt auf das Fenster einer Shisha Bar auf der Bahnstraße. Später wird er in Frankfurt gefasst. Hintergrund der Tat ist ein Streit unter zwei Türkenclans in Grevenbroich. Am Ende verurteilt das Landgericht Mönchengladbach den Shisha-Bar-Pistolero zu fünf Jahren Gefängnis.
10.November | Alice in Wonderland Urteil
Fünf Mitglieder einer Kinderschänder Bande werden in Mönchengladbach zu langen Gefängnisstrafen verurteilt – darunter auch ein Mann aus Jüchen. Er und seine Komplizen sollen als Adminstratoren der Kinderporno-Plattform „Alice In Wonderland“ fungiert haben. Sonderermittler hatten bei ihnen Millionen von Kinderporno-Fotos und Videos gefunden. Die Haupttäter müssen für mehr als 10 Jahre in Haft.
19.November | Freispruch nach Mord in Grimlinghausen
Nach einem Mord im Mai am Rhein in Neuss-Grimlinghausen sitzt ein Mann aus Griechenland monatelang in Untersuchungshaft – jetzt wird er vom Landgericht Düsseldorf freigesprochen. Zeugen hatten sich in Widersprüche verwickelt, er selbst hatte stets seine Unschuld beteuert und behauptet, nicht für den Mord an einem Obdachlosen verantwortlich zu sein. Das Gericht spricht ihn frei und entschuldigt sich. Der vermutlich wahre Mörder ist derweil schon tot – er hatte sich in der Untersuchungshaft erhängt.
3.Dezember | Falsche Spedition
Vier Männer stehen vor Gericht in Düsseldorf, weil sie im Rhein Kreis Neuss einen groß angelegten Betrug begangen haben soll. Unter dem Namen einer Spedition aus Bremen sollen sie ein Fake-Transportunternehmen gegründet und Waren in großen Supermarkt-Lagern in Grevenbroich und Neuss abgeholt und unter der Hand weiterverhökert haben. Schaden: 1,3 Millionen Euro. Das Urteil soll 2026 verkündet werden.
