
Unfallstatitisik 2025 in NRW und im Rhein-Kreis Neuss
Auf den Straßen in NRW hat es 2025 mehr Unfälle und mehr Verletzte gegeben. Gleichzeitig starben etwas weniger Menschen.
Veröffentlicht: Mittwoch, 11.03.2026 13:00
Das ganze Interview mit Herbert Reul
„Ich verstehe sowieso nicht, warum so viele Kinder überhaupt diese Geräte haben können. Denn kaufen dürfen sie sie nicht, Mutter und Vater dürfen ihnen die nicht geben. Wo sollen die die herkriegen? Ich glaube kaum, dass sie gestohlen sind. Ich glaube das wird von den Eltern geduldet.“
NRW-Innenminister Reul erläutert im Interview mit José Narciandi, dem Leiter unseres Landtagsstudios, die aktuellen Zahlen aus der Verkehrsunfall-Statistik.
Mehr Unfälle, etwas weniger Tote
Die Polizei registrierte 2025 in Nordrhein-Westfalen rund 656.000 Verkehrsunfälle - etwa 11.000 mehr als im Jahr zuvor. Insgesamt wurden mehr als 81.000 Menschen verletzt oder getötet. 479 Menschen kamen ums Leben, sechs weniger als im Jahr 2024. Innenminister Herbert Reul erklärte im Interview mit uns, der Verkehr werde immer dichter und vielfältiger. Autos, Fahrräder, Pedelecs, E-Scooter und Fußgänger teilten sich häufig denselben begrenzten Raum - dadurch entstünden neue Konflikte im Straßenverkehr.
Immer mehr E-Scooter-Unfälle – viele Kinder betroffen
Besonders stark gestiegen sind die Unfälle mit E-Scootern. Rund 3.900 Menschen sind im vergangenen Jahr mit einem E-Roller verunglückt - etwa 50 Prozent mehr als im Jahr zuvor. In 96 Prozent der Fälle gab es Verletzte. Alarmierend ist vor allem der starke Anstieg bei Kindern: 566 unter 14-Jährige waren in E-Scooter-Unfälle verwickelt, obwohl das Fahren erst ab 14 erlaubt ist. Insgesamt sind inzwischen rund 80 Prozent der Fahrzeuge in Privatbesitz, ihre Zahl lag in NRW bereits 2023 bei fast einer Million.
Fahrräder und Pedelecs immer häufiger beteiligt
Auch Fahrräder und Pedelecs (das sind Fahrräder mit elektrischer Unterstützung) spielen eine immer größere Rolle im Unfallgeschehen. Mittlerweile entfallen mehr als ein Drittel aller Unfälle mit Verletzten auf diese Verkehrsmittel. 106 Menschen starben dabei im vergangenen Jahr - der höchste Wert im Zehnjahresvergleich. Auffällig ist, dass Radfahrer bei Zusammenstößen mit anderen Verkehrsteilnehmern oft nicht die Hauptverursacher sind. In rund zwei Dritteln der Fälle liegt die Ursache laut Polizei beim anderen Verkehrsteilnehmer, etwa durch Vorfahrtsfehler oder Unachtsamkeit.
Rekordwerte bei Autorennen und Drogen am Steuer
„Immer wenn Polizei mehr hinguckt, mehr kontrolliert, haben wir auch mehr Fälle. Also in insofern werden wir vorläufig, da bin ich sicher, durchaus auch Steigerungsraten haben.“
Auch illegale Autorennen bleiben ein großes Problem. Die Polizei registrierte 2.384 verbotene Rennen. Das ist ein Höchststand seit Einführung des Straftatbestands im Jahr 2017. 19 Menschen kamen dabei ums Leben. Gleichzeitig stellte die Polizei so viele Fahrer unter Drogeneinfluss fest wie noch nie. In rund 25.000 Fällen gab es Hinweise auf Drogenkonsum. Insgesamt kam es zu 4.404 Unfällen unter Alkohol oder Drogen, davon 506 unter Einfluss von Cannabis. Das ist ebenfalls ein neuer Höchstwert.
Die genauen Zahlen zur NRW Verkehrsunfall-Statistik gibt es hier.
Autor: José Narciandi
Verkehrsunfallstatisitk 2025 aus dem Rhein-Kreis Neuss
Im Rhein-Kreis Neuss ist die Zahl der Verkehrstoten 2025 drastisch gestiegen. 16 Menschen starben - ein Anstieg von über 200 %.
Im Jahr 2025 starben 16 Menschen auf den Straßen des Rhein-Kreis Neuss, was eine alarmierende Verdreifachung der Todesfälle im Vergleich zum Vorjahr darstellt.
"Jeder Verlust steht für ein persönliches Schicksal und erinnert uns an die latente Gefahr im Straßenverkehr. Die Ursachen für solche Tragödien sind vielfältig", sagt die Landrätin und Leiterin der Kreispolizeibehörde Katharina Reinhold.
Häufig sind es fehlerhafte Sicherheitsabstände, gefährliche Fahrmanöver oder das Missachten von Vorfahrtsregeln. Auch der Einfluss von Alkohol und Drogen spielt eine bedeutsame Rolle.
Verantwortung aller Verkehrsteilnehmer gefragt
Es sind nicht nur Autofahrer, die zur Sicherheitslage beitragen. Die Polizei im Rhein-Kreis Neuss hat 2025 über 23.000 Geschwindigkeitsübertretungen und 2.300 Vorfahrtsverstöße verzeichnet. Erschreckend sind auch die 500 ertappten Verkehrsteilnehmer unter Drogen- oder Alkoholeinfluss. Die Bevölkerung ist daher aufgerufen, vorsichtig zu fahren und auch die Fehler anderer zu antizipieren, um selbst ein sicherer Teil des Straßenverkehrs zu sein.
Fahrrad- und Pedelecfahrer stärker betroffen
Ein besonderes Augenmerk liegt auf den Rad- und Pedelecfahrern, wobei die Unfallzahlen in diesem Segment um über 13 % gestiegen sind, was einen signifikanten Anstieg von Verletzten bewirkte. Die Polizei betont die Notwendigkeit von Präventionsmaßnahmen und Repression, um Fehlverhalten zu bekämpfen. Jeder Verkehrsteilnehmer trägt Verantwortung: durch Aufmerksamkeit, Rücksichtnahme und vorausschauendes Handeln kann das Risiko minimiert werden.
Die genauen Zahlen zur Verkehrsunfall-Statistik im Rhein-Kreis Neuss gibt es hier.


