
Punkkonzert vor Gerichtstermin in Grevenbroich
Am Amtsgericht Grevenbroich muss sich ab Montag (25.9.) zum wiederholten Mal eine Klimaaktivistin verantworten.
Veröffentlicht: Montag, 25.09.2023 04:53
Die Frau aus Kiel soll sich im November 2021 an den Gleisen der RWE-Kohlebahn in der Nähe des Kraftwerks Neurath festgemacht haben. Wie schon in der Vergangenheit dürfte es auch am Montag rund um den Prozess wieder Tumulte geben. Linksradikale und Klimaaktivisten haben am Gericht unter dem Motto „Party statt Prozesse“ zu einem Festival mit mehreren Bands aufgerufen, diese heißen unter anderem „Kollektiv Abschaum“ oder „Anticapital Branko“ – man wolle selbst auf die Pauke hauen, heißt es in einer Ankündigung. Die Angeklagte soll sich an den Schienen der RWE-Kohlebahn eingegipst haben. Dadurch konnten die Kohlezüge stundenlang nicht fahren. RWE entstand ein Schaden von knapp 1,5 Millionen Euro.
Update am 25.09. um 15:26 Uhr
Auch dieses Verfahren scheint sich am Amtsgericht Grevenbroich erneut deutlich in die Länge zu ziehen. Die Verteidigung sorgte am Montag (25.00.) durch etliche Anträge für Verzögerungen. Die Staatsanwaltschaft konnte gerade mal die Anklage verlesen, danach folgte ein Feuerwerk von Anträgen. Die Sicherheitskontrollen seien zu scharf, der Gerichtssaal zu klein, die Richterin obendrein befangen, kritisierte die Verteidigung. Vor dem Gericht sorgten Punk-Musiker für Radau, im Gerichtssaal mussten die Beteiligten fast schon rufen, um verstanden zu werden. Das Verfahren wird am 10. Oktober fortgesetzt