
Sign for Help: Hilfe ohne Worte
Ein Handzeichen kann Leben retten: Das „Sign for Help“ hilft, in Gefahr unauffällig um Hilfe zu bitten.
Veröffentlicht: Mittwoch, 06.05.2026 02:50
Handfläche zeigen, Daumen einklappen, Finger darüber legen – dieses einfache Handzeichen kann im Ernstfall entscheidend sein. Es handelt sich um das sogenannte „Sign for Help“, ein international anerkanntes Zeichen, mit dem Menschen still auf eine gefährliche Situation aufmerksam machen können.
Entwickelt wurde das Zeichen 2020 von der Canadian Women's Foundation während der Corona-Pandemie – ursprünglich, um auf häusliche Gewalt aufmerksam zu machen. Inzwischen wird es weltweit genutzt – auch in der Öffentlichkeit, im Alltag oder in Video-Calls.
Aktueller Fall zeigt: Es funktioniert
Wie wichtig das Zeichen sein kann, hat ein Vorfall am Düsseldorfer Hauptbahnhof gezeigt: Zwei Mädchen konnten dort offenbar durch das „Sign for Help“ auf ihre Situation aufmerksam machen. Mitarbeitende des Ordnungsamts erkannten das Signal, alarmierten die Polizei – ein Mann wurde anschließend wegen des Verdachts auf sexuelle Belästigung festgenommen. Mehr Infos dazu findet ihr hier. Der Fall zeigt: Aufmerksamkeit kann im entscheidenden Moment helfen.
Wie sollte man reagieren, wenn man das Zeichen sieht?
Das Wichtigste: Nicht ignorieren.
Gleichzeitig gilt: Eigene Sicherheit geht immer vor. Die Polizei betont, dass man nicht in falsches Heldentum verfallen sollte. Selbst eingreifen ist nur sinnvoll, wenn es die Situation wirklich zulässt.
Was man tun kann:
- Die Person vorsichtig ansprechen („Brauchst du Hilfe?“)
- Andere Menschen dazuholen, um Aufmerksamkeit zu schaffen
- Personal in Geschäften, Bars oder am Bahnhof informieren
Öffentlichkeit kann helfen, Druck aus der Situation zu nehmen – manchmal reicht das schon, damit ein Täter Abstand nimmt. Und ganz wichtig: In solchen Situationen kann und darf man immer die Polizei einschalten. Lieber einmal zu viel anrufen als einmal zu wenig.
Weitere stille Hilfsmittel im Alltag
Neben dem Handzeichen gibt es noch andere Möglichkeiten, Hilfe zu bekommen:
„Ist Luisa hier?“
- Codewort in Bars und Clubs. Signalisiert dem Personal: Ich brauche Hilfe.
Sicherheits-Apps
Hilfe im Rhein-Kreis Neuss: Diese Anlaufstellen gibt es
Wenn man selbst betroffen ist oder vermutet, dass eine Person im Umfeld betroffen ist, kann man sich jederzeit an professionelle Stellen wenden – auch anonym:
- 02131 27 13 78
- mail@fbst-ne.de
- offene Beratung Dienstags von 15 bis 16 Uhr
- 0800 1110111 oder 0800 1110222
WEISSER RING im Rhein-Kreis Neuss
- 02421 16622
- rhein-kreis-neuss@mail.weisser-ring.de
Polizei
- kein Notfall: 02131 / 3000
- Notruf: 110