
Sucht am Arbeitsplatz - Wie kann ich Kollegen helfen?
Wenn Mitarbeiter plötzlich unkonzentriert sind oder sich zurückziehen, kann eine Sucht dahinterstecken. In Neuss haben Experten Tipps für den richtigen Umgang im Job gegeben.
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Die Weltgesundheitsorganisation definiert für eine mögliche Sucht verschiedene Kriterien. Dazu gehören ein starkes Verlangen nach beispielsweise Alkohol, eine stetige Dosissteigerung, damit die Wirkung gleich bleibt, körperliche Entzugssymptome wie Zittern, Schwitzen oder innere Unruhe und Vernachlässigung von Hobbys und Interessen.
Wie kann man eine Sucht bei Mitarbeitern erkennen?
Suchtprobleme können auch am Arbeitsplatz und im Büro auftreten. Wie Führungskräfte und Kollegen reagieren sollten, war Thema der gemeinsamen Info-Veranstaltung der AOK, der IHK und des Instituts für Betriebliche Gesundheitsförderung in Neuss. Katharina Uslu ist Psychologin am Institut für betriebliche Gesundheitsförderung und sagt, dass es oft schwer ist, eine Sucht direkt zu erkennen. Es gibt aber Anzeichen, die dafür sprechen können:
„Wir können natürlich im Arbeitsverhalten sehen, dass sich jemand schwieriger konzentrieren kann oder im Sozialverhalten, dass sich jemand eher zurückzieht oder dass sich Konflikte häufen.“
Wichtig ist laut der Expertin aber, dass diese Beobachtungen nur Warnzeichen und kein Beweis für ein Suchtproblem sind.
Was mache ich, wenn ich den Verdacht auf eine Sucht habe?
Wenn Auffälligkeiten bemerkt werden, ist das offene Gespräch der erste Schritt - idealerweise geführt durch Vorgesetzte. Dabei darf dem Mitarbeiter auf keinen Fall direkt eine Sucht unterstellt werden. Katharina Uslu erklärt, dass es mehrere Eskalationsstufen gibt:
„Zuerst die Fürsorgegespräche, wo es erstmal darum geht, eine Besorgnis auszudrücken und nach einer Unterstützung zu fragen. Sobald dann Pflichtverletzungen bei der Arbeit aufgetreten sind, geht es natürlich nochmal auf eine andere Stufe - dass man sagt, okay, wir brauchen Klärungsgespräche.“
Experten raten Unternehmen, sich schon im Vorfeld Strategien für solche Ernstfälle zuüberlegen. Präventiv können Arbeitgeber zudem ihre Teams entlasten, bevor der Druck für einzelne Mitarbeiter zu groß wird. Führungskräfte müssen laut der Psychologin die Stressbelsatung im Block beahlten und schauen wie es den Mitarbeitern psychisch und körperlich geht.