
Umgang mit assistiertem Suizid
Assistierter Suizid befindet sich in Deutschland aktuell noch in einer Grauzone. Die Augustinus-Gruppe hat sich aber mit einem Positionspapier jetzt zu diesem Thema geäußert.
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Die Augustinus-Gruppe in Neuss, zu der auch das Johanna-Etienne und das Alexius/Josef-Krankenhaus gehören, hat sich gegen den assistierten Suizid ausgesprochen. Wie die Gruppe mitteilt, entscheiden sie sich für das Leben. Wer demnach einen Sterbewunsch äußert, soll zum Beispiel durch psychotherapeutische oder palliativmedizinische Betreuung Unterstützung erhalten. Sollte sich aber zum Beispiel ein Altersheimbewohner von außen Hilfe holen und sich in den Räumlichkeiten der Augustinus-Gruppe umbringen wollen, würde die Gruppe das bewilligen, heißt es. Allerdings könnten die Mitarbeiter in diesem Fall selbst entscheiden, ob sie diesen Patienten in den Tod begleiten wollen oder nicht.
Rechtliche Lage in Deutschland
Hilfe zum Selbstmord ist in Deutschland nicht strafbar. Der Arzt darf einem Patienten ein tödliches Mittel verschreiben - der Patient muss das allerdings eigenständig einnehmen. Die Ärzte stehen jedoch vor einigen Herausforderungen, denn nach welchen Richtlinien sich ein Mensch sein Leben nehmen darf, ist Stand November 2022 nicht geklärt. Viele Suizid-Organisationen geben darum an, dass Sterbewillige vorher gewisse psychologische Begutachtungen durchlaufen müssen.
Im Jahr 2015 war assistierter Suizid noch strafbar. Seit zweieinhalb Jahren erarbeitet aber das Bundesverfassungsgericht mit Abgeordneten aus verschiedenen Parteien ein konkretes Gesetz dazu. Am Montag (28. November) soll erneut eine Anhörung stattfinden. Voraussichtlich Anfang 2023 kann mit einem Gesetz gerechnet werden. Die derzeitigen Entwürfe sehen assistierten Selbstmord weiterhin als strafrei an - allerdings müssen bestimmte Voraussetzungen eingehalten werden, wie psychologische Gutachten, mehrere Aufklärungsgespräche von Suizidpräventions-Organisationen oder ein Zeitraum, der zwischen dem Aufklärungsgespräch und der Verschreibung des Medikaments vergangen ist. Hier geht es zu den Informationen des Bundestags.
Hilfe bei Suizid-Gedanken
Im Rhein-Kreis Neuss gibt es mehrere Angebote, die Menschen mit Suizidgedanken helfen. Unter anderem hilft da auch die Telefonseelsorge weiter: 0800 1110111
Hier kommt ihr auf das Hilfsangebot vom Kreis.
Hier geht es zur Hospiz- und Palliativbetreuung der Diakonie Neuss.
Hier kommt ihr auf die Seite der Deutschen Suizidprävention.



