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Unbesetzte Hausarztstellen im Rhein-Kreis Neuss
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Unbesetzte Hausarztstellen im Rhein-Kreis Neuss

Rund 30 Hausarzt-Stellen sind im Rhein-Kreis Neuss aktuell unbesetzt. Während in den Städten der rechnerische Bedarf oft gedeckt ist, fehlen im ländlichen Raum Mediziner.

Veröffentlicht: Montag, 15.06.2026 13:21

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Regionale Unterschiede bei der Arztdichte

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Bei der medizinischen Versorgung verzeichnet der Rhein-Kreis Neuss ein deutliches lokales Gefälle. Nach aktuellen Zahlen der Kassenärztlichen Vereinigung Nordrhein fehlen kreisweit rund 30 Hausärztinnen und Hausärzte, wobei die meisten unbesetzten Stellen auf Grevenbroich, Jüchen, Rommerskirchen und Korschenbroich entfallen. In Kaarst und in der Stadt Neuss liegt der Versorgungsgrad hingegen über dem rechnerischen Bedarf, was dort zu Zulassungsbeschränkungen für neue Praxen führt.

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Messung des Versorgundsbedarfs

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Die Kassenärztliche Vereinigung misst diese Arztdichte mit dem Versorgungsgrad. Ein Wert von exakt 100 Prozent gilt dabei als rechnerisch passgenaue Versorgung für die Bevölkerung. Sinkt der Wert unter 75 Prozent, spricht man von einer offiziellen Unterversorgung. Liegt er jedoch über 110 Prozent, gilt dies als Überversorgung, woraufhin in der Regel keine weiteren Niederlassungen von Hausärzten mehr in dieser Kommune zugelassen werden.

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Strukturelle Ursachen für freie Praxissitze

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Der Hausärzteverband für den Rhein-Kreis Neuss führt die ungleiche Verteilung vor allem auf die jeweiligen Standortbedingungen zurück. Gerhard Steiner vom Hausärzteverband erklärt dazu:

„Das liegt daran, dass die Gemeinden, in denen die Ärzte niedergelassen sind, sehr unterschiedlich strukturiert sind. Im Stadtgebiet Neuss haben wir überhaupt keinen Ärztemangel, da haben wir eher einen Überschuss. Je weiter sie in die Peripherie aufs Land gehen, Frimmersdorf und die anderen Gemeinden, die haben relativ wenig, weil das eben eine relativ unattraktive Sache war früher.“

Angesichts anstehender Ruhestände älterer Landärzte rückt die Suche nach Praxisnachfolgern dort aktuell weiter in den Fokus.

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Infrastruktur und Förderprogramme als Lösung

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Um Nachwuchsmediziner für kleinere Gemeinden zu gewinnen, spielen weiche Standortfaktoren eine zentrale Rolle. Laut Steiner müssen die Kommunen den Ärzten eine verlässliche Perspektive bieten:

„Das heißt, dass vor Ort Schulen, Einkaufsmöglichkeiten, Wohnungsmöglichkeiten da sind, die eine Wahrscheinlichkeit geben, dass er da gut leben kann die nächsten 30 Jahre und dass eben entsprechend die Gemeindeinfrastruktur so ist, dass die Ärzte dorthin ziehen.“

Zusätzlich zu diesen kommunalen Aufgaben setzt das Land NRW zur Nachwuchsgewinnung auf die sogenannte "Landarztquote". Medizinabsolventen, die sich vertraglich verpflichten, im Anschluss an ihr Studium für mindestens zehn Jahre in einer unterversorgten Region zu arbeiten, erhalten einen von jährlich 200 speziell reservierten Studienplätzen. Nach Angaben des Landesgesundheitsministeriums haben bisher 20 Personen aus dem Rhein-Kreis Neuss über diesen Weg einen Medizinstudienplatz bekommen. Zusätzlich können Ärzte bei einer Niederlassung in entsprechenden Mangelregionen Zuschüsse von bis zu 70.000 Euro abrufen.

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