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Urteil im Prozess um Obdachlosenmord in Neuss
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Urteil im Prozess um Obdachlosenmord in Neuss


Das Verfahren am Landgericht Düsseldorf gegen einen 18-Jährigen ist unter Ausschluss der Öffentlichkeit zu Ende gegangen. Der Angeklagte wurde zu neun Jahren verurteilt.

Veröffentlicht: Freitag, 08.09.2023 04:26

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Das Gericht sieht es als erwiesen an, dass der Angeklagte im April letzten Jahres hinter dem Neusser Hauptbahnhof einen Obdachlosen ermordet hatte. Der Angeklagte hatte die Tat abgestritten. Der Neusser war zum Tatzeitpunkt letztes Jahr im April erst 17 Jahre alt. Der Jugendliche soll durch die Zeltplane hindurch mit einem Messer auf den Obdachlosen eingestochen haben. Der Mann war letztlich verblutet. Später hatte ein Passant die Leiche entdeckt. Der Jugendliche hatte den Verdacht erst auf einen anderen jungen Mann gelenkt. Der hatte daraufhin mehrere Wochen wohl unschuldig in Untersuchungshaft gesessen. Auch zu Beginn des Prozesses hatte der Jugendliche bestritten, den Obdachlosen getötet zu haben.

Mit neun Jahren Jugendstrafe blieb das Gericht nur knapp unter der möglichen Höchststrafe von 10 Jahren. Nebenklage-Anwältin Dagmar Loosen sagte NE-WS 89.4: Der Angeklagte habe das Urteil blass, aber ansonsten regungslos zur Kenntnis genommen. Die Familie des Opfers sei derweil nach wie vor erschüttert. Der getötete Obdachlose habe niemandem etwas getan, Gewalt sei ihm fremd gewesen. Laut Gericht war die Tat ein Mord aus Heimtücke. Bei dem Urteil wurden frühere Straftaten des Angeklagten wie Körperverletzungen und Einbrüche mit einbezogen.

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