
Wasserbündnis warnt vor Chemikalien in Rheinwasserleitung
Das Wasserbündnis Rheinisches Revier schlägt Alarm wegen hoher PFAS-Belastungen im Rhein bei Dormagen. Die Umweltschützer befürchten Gefahren für das Grundwasser in den Tagebauen.
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Nach Angaben des Wasserbündnisses Rheinisches Revier überschreiten die eingeleiteten Abwässer des Chemparks Dormagen den Orientierungswert für Ewigkeits-Chemikalien massiv. Die Initiative stützt sich auf offizielle Messdaten des Landes Nordrhein-Westfalen seit dem Jahr 2020. Demnach liege der durchschnittliche Ausstoß der Chemikalie TFA bei knapp 1200 Gramm pro Tag, während der Richtwert bei lediglich 35 Gramm liegt. An einzelnen Spitzentagen sei der Wert noch weitaus höher gewesen.
Entnahmestelle für Tagebau-Flutung liegt direkt in der Abwasserfahne
Das Problem betrifft laut der Initiative vor allem den geplanten Bau der Rheinwassertransportleitung durch den Energiekonzern RWE. Deren Entnahmestelle liegt nur rund zwei Kilometer flussabwärts vom Chemiepark auf derselben Rheinseite. Da sich Industrieabwässer nicht sofort im Fluss verteilen, würde das Wasser direkt aus der Strömung dieser Schadstoff-Fahne abgepumpt. Wenn dieses Wasser dann zur Flutung der alten Braunkohletagebaue genutzt wird, befürchtet das Wasserbündnis, dass die Chemikalien ungehindert in die leeren Leiter vordringen und langfristig unsere Grundwasser- und Trinkwasserreserven gefährden.
Wasserbündnis fordert sofortigen Baustopp der neuen Rheinwassertransportleitung
Die Stoffgruppe der PFAS gilt als besonders langlebig in der Natur. Das Wasserbündnis kritisiert, dass derzeit nicht alle bedenklichen Stoffe dieser Gruppe sowie weitere mögliche Verunreinigungen wie Pestizid-Rückstände staatlich vollumfänglich erfasst werden. Es verlangt vom Betreiber Currenta den zügigen Bau einer vierten Reinigungsstufe in den Kläranlagen, um die Rückstände aus dem Wasser zu filtern. Auch das Landesamt für Natur, Umwelt und Klima wird aufgefordert, genauer zu messen und die Ergebnisse schneller zu veröffentlichen. Die Umweltschützer fordern einen sofortigen Planungs- und Baustopp der Rheinwassertransportleitung, bis eine Gefährdung des Grundwassers wissenschaftlich ausgeschlossen ist. Es dürften keine Fakten geschaffen werden, ohne die Unbedenklichkeit nachzuweisen, heißt es.
Demo zu dem Thema geplant
Um über die aktuelle Situation aufzuklären und Gegenmaßnahmen zu fordern, veranstaltet das Bündnis Informationstermine und Proteste. Am Freitag (28.08. | 09.30 Uhr) findet eine Informationsveranstaltung auf dem Rheincamp in Monheim am Rheinbogen statt. Am Samstag (29.08. | 12.00 Uhr) startet zudem eine Demonstration unter dem Motto „Klima- und Wassergerechtigkeit“. Der Protestzug beginnt am Standort von Bayer Crop Science in Monheim.