Auswandern: Diese Möglichkeiten gibt es

Über drei Millionen Deutsche leben zurzeit im Ausland. Viele weitere haben den Wunsch, realisieren ihn aber nicht wirklich. Dabei gibt es verschiedene Wege, die wir euch hier aufzeigen.

Klar, viele von uns hatten schon einmal den Gedanken, auszuwandern, an einen Urlaubsort, der einem so sehr gefällt. 3,4 Millionen Deutsche leben zurzeit im Ausland, davon 2,7 Millionen, die im erwerbstätigen Alter (15-64 Jahre) sind. Das bedeutet: es sind nicht nur Pensionäre und Rentner, die sich einen Traum erfüllen. Die meisten leben in den USA, Großbritannien oder der Schweiz. Aber natürlich gibt es auch einige Deutsche, die sich in Spanien - beispielsweise in Mallorca - niedergelassen haben.

Das Auswandern ist ein Prozess über Monate, wenn nicht Jahre, wenn man alles dafür akribisch vorbereiten möchte. Es gibt aber auch noch andere Möglichkeiten, raus aus der Komfortzone in Deutschland zu kommen und weit weg von Zuhause durchzustarten - vor allem für junge Menschen

Work and Travel

Die wahrscheinlich bekannteste Form in Sachen Auswandern auf Zeit ist das "Work and Travel"-Programm in verschiedenen Ländern. Vor allem junge Menschen nach dem Abitur, der Ausbildung oder dem Studium, gehen diesen Schritt. Neuseeland, Australien und Kanada sind dabei die beliebtesten Reiseziele. Es gibt aber auch Länder in Südamerika (Peru oder Chile) oder aber skandinavische Länder, die im Work and Travel-Bereich gefragt sind.

Was macht man als Work and Traveler? Ziemlich simpel. In der klassichen Version versteht man darunter, dass die Person zum einen das bestimmte Land intensiv bereist und dabei an verschiedenen Orten Gelegenheitsjobs nachgeht. So praktiziert man es vor allem in Australien, Kanada oder Neuseeland. Denn für diese Länder werden sogenannte "Working Holiday Visa" ausgestellt. Zwischen 18 und 30 Jahre sollte man sein, ein Jahr ist ein solches Visum gültig.

Dass das nicht in jedem Land geht und gilt, ist wichtig zu erwähnen. Wie die Seite "Travel Works" dazu schreibt, "kommen beim Work and Travel nur Länder infrage, in denen du einen bezahlten Job annehmen darfst oder zumindest für Kost und Logis arbeiten kannst. Grundlage hierfür sind die jeweiligen Visabestimmungen der Länder".

Au pair

Wer als Au Pair ins Ausland gehen möchte, muss ziemlich gut mit Menschen umgehen können, denn man lebt schließlich in einer Gastfamilie, betreut Kinder und hilft im Haushalt. Die Gegenleistung? Kostenlos bei der jeweiligen Familie wohnen, Verpflegung sowie ein kleines Taschengeld erhalten. Ob sich das lohnt? Das muss eigentlich jeder selbst für sich entscheiden. Au-Pair-Programme bieten auch die Möglichkeit an, dass die jeweilige Sprache im Ausland in einer Sprachschule verbessert werden kann. Das wird oft als "Demi Pair" bezeichnet. "Demi" ist Französisch für "halb" und bezieht sich auf die Zweiteilung dieses Angebots. Denn neben dem Dienst als Au Pair wird gleichzeitig auch an Sprachkursen teilgenommen, um sich selbst in der Sprache zu verbessern. Gastfamilien bieten.

Um nichts dem Zufall zu überlassen und bei der Wahl einer Gastfamilie auf Nummer sicher zu gehen, könne auch Vermittlungsagenturen dabei helfen, eine entsprechende Familie herauszusuchen. Solche Agenturen findet ihr über diesen Link. Beliebte Ziele für die Arbeit als Au Pair sind die USA, Australien, Neuseeland, West- und Ordeuropa. Kostentechnisch ist der Aufwand überschaubar. Meist müssen nur die An- und Abreise, Versicherungen und eben Vermittlungsgebühren, sowie im Optionalfall Sprachkurse, bezahlt werden.

Großer Vorteil eines Au-Pair-Aufenthalts ist, dass man viel von der vor Ort herschenden Kultur mitnehmen und erleben kann. Das Erlernen einer neuen Sprache kann bei der Jobsuche in Zukunft auch hilfreich sein.

Auslandspraktikum

Mit einem Auslandspraktikum können junge Menschen erste Erfahrungen auf dem Arbeitsmarkt schnuppern, gleichzeitig eine neue Kultur kennenlernen und mit Sicherheit auch Freundschaften und Kontakte knüpfen und schließen, die für die persönliche Zukunft von Vorteil sein können. Das Angebot eines Auslandspraktikums richtet sich vor allem an Studierende. In einem fremden Land zu arbeiten, bedeutet in vielen Bereichen, Fachkenntnisse zu sammeln, die einem sonst möglicherweise in Deutschland verwehrt geblieben wären. Dennoch sollte klar sein, dass ein Praktikum im Ausland auch eine Frage des Geldes ist. Anreisekosten, Unterbringung und Lebenshaltungskosten müssen gedeckt werden. Ob die Praktikumsstelle auch vernünftig zahlt, ist nicht immer sicher. Hilfe gibt es für alle, die ein Auslandspraktikum in Erwägung ziehen, vor allem über die Seite des Deutschen Akademischen Austauschdienstes.

Diese Menschen haben den Schritt gewagt

Dann gibt es aber natürlich auch noch Menschen, die einen festen Plan und ein festes Ziel vor Augen haben und zumeist schon über 30 Jahre alt sind. Von ihnen verlassen viele Deutschland, weil sie einen Job im Ausland annehmen, aber auch die, die ein gewisses Auswanderer-Ziel vor Augen haben. Jede und jeder hat wohl eine eigene Geschichte zu erzählen.

Im Rahmen unseres Schwerpunktes "Auswandern" haben wir uns schließlich auf die Suche nach Deutschen gemacht, die zurzeit im Ausland wohnen, teilweise nur vorübergehend, teilweise für immer. Wir haben diese Geschichten gesammelt und lassen sie bei uns in einer Porträtreihe zu Wort kommen. Diese findet ihr HIER.

Einfach weg - raus aus Deutschland. Der Traum vieler Deutscher, rund drei Millionen leben derzeit im Ausland.© VRR
Einfach weg - raus aus Deutschland. Der Traum vieler Deutscher, rund drei Millionen leben derzeit im Ausland.
© VRR

Autor: Joachim Schultheis


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